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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Autor

Vom Leiden des Lesers

Kennen Sie das auch? Zufällig haben Sie einen Ihnen unbekannten Autor entdeckt, haben wahllos eines seiner Bücher aus dem Regal gegriffen und gekauft: der Anfang einer großen Leidenschaft. Wochen später ertappen Sie sich dabei, wie Sie sämtliche Ihnen bekannten Online Shops nach dem 8., gerade neu erschienenen Fortsetzungsroman der Serie Ihres neuen Lieblingsautors durchsuchen, seine Werke vielleicht sogar im Original bestellen, weil sie noch nicht auf Deutsch erschienen sind, und sich Tage lang in ihren vier Wänden verbarrikadieren, um zu lesen. Sie tauchen ein in eine wunderbare, spannende, mitreißende Welt schwelgerischen Lesegenusses.


436692_R_K_B_by_Cisco Ripac_pixelio.de.jpgDoch dann passiert es: Lange nach Mitternacht haben Sie die allerletzte Zeile des bislang letzten Werks des Autors gelesen und Sie fallen in ein tiefes Loch. Es ist sogar möglich, dass Sie den Rest dieser sowieso schon kurzen Nacht nicht mehr schlafen können, weil Sie Gedanken um all die endlosen Tage machen, die sich scheinbar ewig düster ohne neuen Lesestoff von ihrem liebgewonnenen Dichter dahin strecken.


Müde klicken Sie sich am nächsten Feierabend durch die Listen mit Neuerscheinungen im Internet, doch irgendwie schafft es kein Titel, kein Autor, erneut Ihr Interesse zu wecken. Ich habe viele solcher deprimierender Phasen hinter mir: Immer dann, wenn ich einen Schriftsteller entdeckte, sah ich mich irgendwann damit konfrontiert, dass auch das beste Buch einmal zu Ende ist.


Zwischenzeitlich habe ich gelernt, wie ich mir »die Phase danach« etwas erleichtern kann. Ich habe es aufgegeben, unzählige andere Werke anzulesen, nur, um sie nach der zwanzigsten Seite enttäuscht aus der Hand zu legen (das hat wahrlich kaum ein Buch verdient), weil sowieso keines meine akut überhöhten Ansprüche erfüllen könnte. Wenn ich heute ein Buch, das mich zutiefst begeisterte, fertig gelesen habe, versüße ich mir die Wartezeit auf meine nächste heiße Buchflamme mit Verfilmungen früherer Lieblingstitel von mir. Und siehe da, die Stimulierung anderer sensorischer Kanäle (also Filmgucken statt Lesen) hilft tatsächlich meinen Kopf frei zu machen für weitere Buchentdeckungen.


Als es also letztens wieder so weit war und schweren Herzens die Lektüre zuklappte, die mich über Wochen gefesselt hielt, besorgte ich mir am nächsten Tag die Doppel-DVD zu genau jenen Geschichten, die mich in Jugendjahren um den Schlaf brachten: Verfilmungen zu »Die unendliche Geschichte« und »Momo«. Wer hätte es geglaubt: Zur Zeit verbringe ich jede Nacht mit Harlan Coben. Meine Augenringe sprechen für sich...


Bild: Buch © Cisco Ripac/www.pixelio.de




28.11.2011, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Welt der verbrannten Bücher

Das Buch der verbrannten BücherErich Kästner gehört zu den deutschen Kinderbuch-Autoren, die in der ganzen Welt bis heute am meisten gelesen werden. Seine bekanntesten Werke “Emil und die Detektive”, “Pünktchen und Anton” und “Das doppelte Lottchen” wurden in über 100 Sprachen übersetzt und teilweise mehrfach verfilmt.

Doch seine bezaubernden Kinderbücher, die auch noch Erwachsene verzücken, waren nicht immer so beliebt, wie sie heute sind: In der Nazizeit hatte der deutsche Literat nicht nur Publikationsverbot, seine Bücher wurden sogar verbrannt. Es lag sicher auch an seinen Antikriegs-Gedichten, die trefflich die kalte Sinnlosigkeit von Waffengewalt beschreiben. Das folgende Gedicht sollte man kennen:



Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn


Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.

Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
- und es ist sein Beruf etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein.
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

Selbst Geist und Güte gibt's dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut - es werden stets Kasernen.
Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

Unser heutiges Angebot „Das Buch der verbrannten Bücher“ sollte in ihrem Regal nicht fehlen: Es bewahrt Dutzende von Texten, die einst dem Flammentod zum Opfer fielen. Volker Weidermann hat diese einmaligen Schriftstücke, die gleichsam ein Porträt ihrer Zeit sind, gesammelt. Klassiker finden sich hier neben wieder zu entdeckenden Schätzen.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

08.02.2010, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Ausflug in die Fantasy

Karen DuveLisvana lebt in Snögglingduralthorma. Ok, werden Sie vielleicht denken, wir befinden uns offensichtlich irgendwo bei „Herr der Ringe“ oder in ähnlich sagenhaften Gefilden. Dort, wo Elfen und Trolle wohnen und wo alle wallende Gewänder tragen. In gewisser Weise stimmt das auch, denn das Land mit dem unaussprechlichen Namen ist wirklich ein Reich voller märchenhafter Wesen. Erfunden hat es Karen Duve und es ist Handlungsort ihres Romans „Die entführte Prinzessin“.

Wer schon einmal etwas von Karen Duve gelesen hat, dürfte sich nicht wenig wundern, ist die Hamburger Autorin doch eher für ihre schnoddrig-modernen Bücher wie „Dies ist kein Liebeslied“ oder „Taxi“ bekannt. Aber Frau Duve kann auch anders, wie sie uns mit „Die entführte Prinzessin“ beweist.

Hier geht es um eine Brautwerbung, die grandios mit Märchenmotiven und Elementen der Fantasy-Welt spielt. Zwei Galane buhlen trotz popeliger Mitgift um die Gunst einer schönen Königstochter. Kammerjungfern, Drachen mit Mundgeruch, edle Ritter und Zwerge geben sich ein Stelldichein – eine schillernde, bunte Märchen-Parodie! Etwas, was typisch für die Schriftstellerin ist, bleibt aber zur Freude der Duve-Leser auch bei diesem Genrewechsel erhalten: Spass, Humor und Unterhaltung. Sie versteht es, überall komische Momente zu platzieren, zu überzeichnen und amüsant zu parlieren.

Ganz offensichtlich hatte die Autorin grosses Vergnügen am Ausflug in die Fantasy- und Märchenwelt und das überträgt sich! Wer also einmal Karen Duves andere Seite entdecken und sich dabei köstlich amüsieren möchte, ist hier richtig. Und absolut fantastisch ist natürlich auch unser Preis.

(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

24.11.2009, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Beam mich in den Urlaub

BossanovaBossa Nova. Klingt nach Sommernacht und kühlen Drinks. Für mich der perfekte Soundtrack für heisse Nächte, genauso wie Bar- und Loungemusik aus Kuba und anderen karibischen Ländern. Der Trend zu den coolen Sounds ist seit einigen Jahren ungebrochen und ich finde, man kann (und will) sich dem auch gar nicht entziehen.

Weil ich mir in meinem Alter nicht mehr die Nächte in irgendwelchen Clubs um die Ohren schlage, ist es schön, wenn sich die südlichen Klänge auf der heimischen Terrasse ausbreiten und sich der Feierabend irgendwie ein wenig lässiger anfühlt.

Ich kann vom Urlaub träumen oder mir vorstellen, weisser Strand und zart brandendes Meer lägen gleich hinter dem Rasen. Die Tageshektik verschwindet mehr und mehr und macht Platz für Entspannung.

Nun will ich der Art von Musik nicht Unrecht tun und sie komplett in den Hintergrund verweisen, aber man kann natürlich auch wunderbar dazu lesen. Zum Beispiel mal wieder südamerikanische Autoren wie Isabel Allende, Carlos Fuentes oder Mario Vargas Llosa. Die finden Sie natürlich bei Jokers zum kleinen Preis.

Es muss also nicht immer der ganz grosse Urlaub sein – manchmal bewirkt ein wenig Chillout-Musik in Begleitung eines stimmungsvollen oder spannenden Buches auch schon ganz viel. Probieren Sie es doch einfach mal aus, es kostet ja schliesslich nicht viel:

Chillout-Musik

(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

24.08.2009, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kafka, der unsterbliche Klassiker

KafkaAn einem Dritten wurde er geboren, an einem Dritten starb er: Nur 41 Jahre war Franz Kafka alt, als er am 3. Juni 1924 verstarb. Vier Wochen später, am 3. Juli, hätte er Geburtstag gefeiert. Franz Kafka ist ein Autor der europäischen Moderne, der internationale Bedeutung erreichte. Hierzulande gibt es wohl keine Schule, in der nicht zumindest eines seiner Werke im Unterricht gelesen wird.

Doch Kafkas Werke sind mannigfaltiger Interpretation unterworfen, bei ihm verschwimmt die Grenze zwischen öffentlichen Schriften und privater Kommunikation ständig. Obwohl sich schon Heerscharen von Literaturwissenschaftler über seine Texte gemacht haben, werfen sie noch immer schwierige editorische Probleme auf, die nicht nur Herausgeber und Verlage, sondern auch die Leser betreffen.

Die meisten seiner literarischen Texte vollendete und publizierte er nicht, auch seine drei Romane „Der Verschollene“, „Der Process“ und „Das Schloss“ blieben fragmentarisch. Viele Tagebucheinträge, Aufzeichnungen oder Briefe von Kafka sind von derart hohem sprachlichem und formalen Niveau, dass man sie fast für einen beabsichtigten und bewusst ausformulierten Nachlass an die Welt erachten könnte. Kafka selbst schien nicht stringent zwischen Privatem und Öffentlichem zu unterscheiden. Für seine Textentwürfe und Ideen wie auch für seine privaten Notizen verwendete er oft den gleichen Schreibblock.

Sein Leben ist geprägt von tiefen und intensiven Freundschaften, doch sein Liebesleben war eher tragisch als erfüllt, selbst wenn er in den letzten Lebensmonaten doch noch eine starke Beziehung zu erleben schien. Seine diversen Verlobungen und Entlobungen zuvor deuten darauf hin, dass Franz Kafka seine eigenen Vorbehalte Bindungen gegenüber nie überwinden konnte.

Für alle, die sich noch mehr für Kafka interessieren, habe ich einen Lebenslauf dieses facettenreichen Menschen zusammengestellt.

1883 Am 3. Juli wird Franz Kafka in Prag geboren.
1885-1888 Geburt zweier Brüder, beide sterben als Kleinkinder.
1889-1892 Die Schwestern Gabriele, Valerie und Ottilie werden geboren.
1889-1893 Besuch der Deutschen Volks- und Bürgerschule.
1893-1901 Besuch des Altstädter Deutschen Gymnasiums und Abitur.
1901 Beginn des Jura-Studiums an der Prager Deutschen Universität.
1902 Oktober: Begegnung mit Max Brod. Beginn der lebenslangen Freundschaft.
1904 Beginn der Arbeit an der 1. Fassung von Beschreibung eines Kampfes. Begegnung mit Oskar Baum.
1906
  • Juni: Promotion.
  • Oktober: Beginn des einjährigen Rechtspraktikums am Landes- und am Strafgericht.
1907
  • Beginn der Arbeit an der 1. Fassung von Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande. Begegnung mit Hedwig Weiler.
  • Oktober: Anstellung als Hilfskraft bei einer Versicherungsgesellschaft.
1908
  • März: Veröffentlichung kleiner Prosastücke unter dem Titel Betrachtung in der Zeitschrift Hyperion.
  • 30. Juli: Eintritt in die halbstaatliche Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag. Beginn der erhaltenen Tagebucheintragungen. Erste Begegnung mit Franz Werfel.
  • September: Reise mit Max Brod und dessen Bruder Otto nach Norditalien. Ausflug zu einem Flugtreffen, das Kafka in seinem Text Die Aeroplane in Brescia beschreibt.
  • Herbst: Arbeit an der Zweitfassung von Beschreibung eines Kampfes.
1910 Oktober: Reise mit Otto und Max Brod nach Paris.
1911 August/September: Reise mit Max Brod in die Schweiz, nach Italien und Frankreich. Freundschaft mit dem Schauspieler Jizchak Löwy. Kafka und sein Schwager Karl Hermann gründen die Erste Prager Asbest-Fabrik.
1912
  • Arbeit an der 1.Fassung des Romans Der Verschollene, die Kafka später vernichtet.
  • Juni/Juli: Reise mit Max Brod nach Leipzig und Weimar. Begegnung mit den Verlegern Kurt Wolff und Ernst Rowohlt. Aufenthalt im Naturheilsanatorium Jungborn bei Stapelburg im Harz.
  • August: Erste Begegnung mit Felice Bauer, seiner späteren Verlobten.
  • September: Beginn des intensiven Briefwechsels mit Felice Bauer. Das Urteil entsteht. Tägliche Arbeit an der 2. Fassung von Der Verschollene.
  • Dezember: Die Verwandlung entsteht.
1913
  • Januar: Abbruch der Arbeit an Der Verschollene.
  • März: In Berlin erstes Wiedersehen mit Felice Bauer.
  • Mai: Der Heizer (das 1. Kapitel von Der Verschollene) erscheint im Kurt Wolff Verlag.
  • Juni: Das Urteil erscheint im Jahrbuch Arkadia (hrsg. von Max Brod). Beginn der Freundschaft mit dem Schriftsteller Ernst Weiß.
  • September/Oktober: Reise allein nach Wien, Venedig, Gardasee. Sanatorium Dr. von Hartungen in Riva.
1914
  • 1. Juni: Verlobung mit Felice Bauer.
  • 12. Juli: Bei einer von Kafka als „Gerichtshof“ empfundenen Auseinandersetzung in Berlin wird die Verlobung aufgelöst.
  • 28. Juli: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg (Beginn des Ersten Weltkriegs).
  • August: Beginn der Arbeit am Roman Der Process.
  • Oktober: In der Strafkolonie entsteht.
  • Dezember: Das Fragment Der Dorfschullehrer entsteht.
1915
  • Januar: Kafka gibt die Arbeit am Process auf. Erneute Annäherung an Felice Bauer.
  • April: Reise nach Ungarn.
  • Juli: In einem Sanatorium in Rumburg (Rumburk) in Nordböhmen.
  • Oktober: Die Verwandlung erscheint bei Kurt Wolff.
1916
  • Juni: Kafka wird aus beruflichen Gründen vom Militärdienst freigestellt.
  • Juli: In Marienbad gemeinsamer Urlaub mit Felice Bauer. Neuerlicher Entschluss zur Heirat.
  • November: Kafka liest in München In der Strafkolonie
  • Im folgenden Winter entstehen dort zahlreiche kürzere Erzählungen und Fragmente, darunter Ein Landarzt, Schakale und Araber, Beim Bau der chinesischen Mauer und Auf der Galerie.
1917
  • April: Ein Bericht für die Akademie entsteht.
  • 10. August: Lungenblutsturz.
  • September: Kafka bittet wegen der diagnostizierten Tuberkulose um Pensionierung, was jedoch abgelehnt wird. Er übersiedelt zu seiner Schwester Ottla nach Zürau.
  • Oktober: Kafka beginnt, aphorismenartige Texte zu schreiben.
  • Ende Dezember: Endgültige Trennung von Felice Bauer.
1918
  • Mai: Ende der Beurlaubung.
  • Oktober: Sturz der österreichisch-ungarischen Monarchie, Proklamation der Tschechoslowakei als Republik. Kafka erkrankt an der Spanischen Grippe.
  • Ende November: Kafka fährt nach Schelesen (Želizy), wo er bis März in einer Pension lebt.
1919
  • Ende Januar: In Schelesen Begegnung mit der Prager Angestellten Julie Wohryzek.
  • Sommer: Verlobung mit ihr.
  • Oktober: In der Strafkolonie erscheint bei Kurt Wolff. Kafka sagt die geplante Heirat ab.
  • November: In Schelesen schreibt Kafka den Brief an den Vater.
1920
  • März: Ernennung zum „Anstaltssekretär“.
  • April: Kafka fährt für drei Monate auf Kur nach Meran.
  • Mai: Bei Kurt Wolff erscheint Ein Landarzt. Kleine Erzählungen.
  • Juli: Er löst die Verlobung mit Julie Wohryzek auf.
  • Dezember: Beginn eines achtmonatigen Kuraufenthalts in Matliary in der Hohen Tatra.
1921 Februar: Beginn der Freundschaft mit dem Studenten Robert Klopstock.
1922
  • Januar: Beginn der Arbeit an dem Roman Das Schloss.
  • Februar: Kuraufenthalt in Spindelmühle (Špindlerův Mlýn) im Riesengebirge.
  • Frühjahr: Ein Hungerkünstler entsteht.
  • Juni: Forschungen eines Hundes entsteht. Kafka fährt für etwa drei Monate nach Planá in Südböhmen.
  • 1. Juli: „Vorübergehende“ Pensionierung.
August: Abbruch der Arbeit an Das Schloss.
1923
  • Juni: Letzte erhaltene Tagebucheintragung.
  • Juli: Kafka fährt für ca. einen Monat nach Müritz an der Ostsee, wo er Dora Diamant trifft.
  • September: Kafka übersiedelt nach Berlin-Steglitz. Er bezieht wechselnde gemeinsame Wohnungen mit Dora Diamant.
  • November/Dezember: Eine kleine Frau und Der Bau entstehen. Verschlechterung von Kafkas Gesundheitszustand.
1924
  • März: Rückkehr nach Prag. Josefine, die Sängerin entsteht.
  • April: Kafka reist in das Sanatorium „Wiener Wald“ in Ortmann, Niederösterreich. Hier erfolgt die Diagnose der Kehlkopftuberkulose. Überführung in die Universitätsklinik Wien, später in das Sanatorium Dr. Hugo Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg.
  • 3. Juni: Kafka stirbt gegen Mittag.
  • 11. Juni: Bestattung auf dem jüdischen Friedhof in Prag-Straschnitz.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

21.08.2009, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Eine spanische Bestsellerautorin

Corín Tellado ist tot: Im Alter von 81 Jahren starb die berühmte Autorin von Liebesromanen in einem Krankenhaus in Gijón, der nordspanischen Hafenstadt. Am 12. Oktober 1946 wurde ihr Erstlingswerk veröffentlicht, bis heute verfasste sie mehr als 4'000 Titel, von denen mehr als 400'000'000 Stück verkauft wurden.

Colín Tellado, die unter dem Namen María del Socorro Tellado geboren wurde, ist die meist gelesene spanische Schriftstellerin. Nur Miguel de Cervantes, der berühmte Autor von Don Quijote kann sich in der spanischen Literatur an Reichweite mit ihr messen. Am 25. April 1927 wurde die Liebesroman-Autorin in Asturias geboren, ihre literarische Karriere dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert. Unter ihrem Alias Ada Miller verfasste sie auch erotische Geschichten, doch ihr Hauptwerk umfasst neben Kinder- und Jugendbüchern romantische Erzählungen.

Dabei machte sie jedoch trotz ihrer rosaroten Liebesromane keinen Hehl aus ihrer ambivalenten Einstellungen gegenüber der von Männern dominierten Welt. In Interviews betonte sie beispielsweise stets, dass auch noch ihre Enkelinnen keineswegs vollständige Gleichberechtigung erleben würden und sie prangerte an, dass die Welt von einer männlichen Gesetzgebung regiert wird.

Für alle Jokers Freunde, die des Spanischen mächtig sind, habe ich als besonderen Link-Tipp die Homepage von Corín Tellado: Unter http://www.corintellado.com finden sich zahlreiche Informationen und einige Interviews, die mit der wunderbaren Autorin geführt wurden. Für ihr gesamtes Werk erhielt sie mehrere Auszeichnungen, vor allem in ihrer Heimatregion Asturien in Nordspanien.



(geschrieben von Matthias Stöbener)

11.05.2009, 10.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lieben Sie feine Ironie?

Sie heissen Antal Szerb, János Székely, Imre Kertész oder Sándor Márai: ungarische Autoren, die die Literatur des 20. Jahrhunderts mitgeprägt haben und es wert sind, entdeckt oder wiedergelesen zu werden.

50 Jahre völlig in Vergessenheit geraten, wurde man auf Sándor Márai aufmerksam, als sein Roman „Die Glut“ 1999 in einer Neuübersetzung auf Deutsch erschien. Eine tragische Dreiecksbeziehung voller Leidenschaft, Verrat , Treue und Stolz und ein grosser Erfolg auf dem Buchmarkt. Márais wichtigste Werke sind inzwischen alle auf Deutsch erhältlich.

Auch Imre Kertész gehört vor allem mit seinem „Roman eines Schicksallosen“ – der Schilderung seiner KZ-Erlebnisse – zweifellos zu den grossen europäischen Schriftstellern. Eine Liebeserklärung an das Leben ist Antal Szerbs „Reise im Mondlicht“, auf der ein junger Mann während der Hochzeitsreise seine frisch angetraute Frau am Bahnhof vergisst – ein witziges, melancholisches und auf altmodische Weise charmantes Buch. Wer sich einen 800-Seiten-Wälzer zutraut, dem sei „Verlockung“ von János Székely empfohlen: eine ebenso schillernde wie realistisch-traurige Schilderung Ungarns in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen Liftboy Béla zum Günstling einer reichen Frau wird.

Eines steht fest – einen Hauch von Melancholie muss man vertragen können, wenn man sich diesen Autoren nähert, aber: Es lohnt sich! Wer ein Faible für feine Ironie, Untertöne und poetisches Erzählen hat, wird sich für diese ungarischen Autoren begeistern. Als Einstieg empfehle ich: Lassen Sie sich doch einfach einmal etwas vorlesen und lauschen den Hörbüchern:

Imre Kertész




(geschrieben von Matthias Stöbener)

12.02.2009, 11.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Giftmörderin

Agatha ChristiSchwach in der Orthografie, eine ausgeprägte Affinität zu exklusiven Speisen, leider keine Singstimme, dafür eine einzigartige Fantasie. Vielleicht hätte Agatha Clarissa Miller sich selbst so charakterisiert. Sie kennen Sie nicht? Aber wahrscheinlich unter ihrem Namen Agatha Christie! Sie ist eine meiner Lieblings-Krimi-Schreiberinnen!

Am 15. September 1890 wurde die Bestseller-Autorin als drittes Kind in Torquay geboren. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter lernte die vorlaute Agatha schon vor ihrem 8. Lebensjahr lesen – allerdings nur, weil sie sich von ihren Kindermädchen, so die Legende, Strassenschilder vorlesen liess. Daher stammte angeblich auch ihre Rechtschreibschwäche. Nach einer für damalige Verhältnisse wohl typischen Kindheit, das einzige wirklich tragische Erlebnis war, dass sie bereits mit 11 Jahren ihren Vater verlor, verlief ihr weiteres Leben wie im Bilderbuch:

1912 lernte Agatha als 22-Jährige auf einem Ball Archibald Christie kennen – er diente im ersten Weltkrieg an der französischen Front. Nur zwei Jahre später heirateten die beiden an Weihnachten 1914 und zogen nach London. Hier begann Agathas Karriere als Krimi-Autorin: Inspiriert von ihrer Arbeit in einer Krankenhausapotheke schrieb sie ihren Mord-Roman. Eine Prise Gift war dabei.

Belgische Kriegs-Flüchtlinge lieferten ihr schliesslich die Vorlage für ihren berühmten Detektiv: Penibel ordnungsliebend und richtig schlau, so sollte er sein – der Logiker Hercule Poirot wurde als ihr Roman-Held geboren.

Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie in Winterbrook House – und hinterliess uns zahlreiche mitreissende Geschichten. Anlässlich ihres Geburtstages haben wir ein besonders umfangreiches Programm an Agatha Christie-Werken für Sie zusammengestellt: Vom Hörbuch bis hin zur Biografie finden Sie hier alles Lesens- und Hörenswertes zu der grossartigen Dame.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

03.11.2008, 10.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wie erkennt man ein wirklich gutes Buch?

Aus einem wirklich guten Buch gibt es nichts, was man vergessen könnte - egal wie lange eine Trennung dauert: Es "blitzt" aus jeder Schublade, aus jedem Winkel. An jeder Seite wurde "gemeisselt", ohne Durchhänger, ohne Ermüdungen, aber mit herausragender Professionalität.
Es "blitzt" -
 
aus der Hochspannung,
aus der Wortwahl,
aus jeder Passage,
aus den Paraphrasen,
einfach aus der Perfektion, der Brillanz, der Eleganz.

Ein gutes BuchAber auch die Persönlichkeit des Autors - oft in der literarischen Defensive - "blitzt", ja funkelt und glänzt geradezu: Mit seiner Menschenkenntnis, mit seinem Ideenreichtum, seinen fundierten Recherchen … mit seiner unglaublichen Fleissarbeit, den ureigenen Wortschöpfungen, der mutigen Frivolität … mit seinen massiven Kenntnissen in der Semantik, der Etymologie, der Philosophie, dem Verismus, den Biographien auch einer vorzüglichen Begabung eines Übersetzers, die so oft unbeachtet bleibt.

Ergo, das schriftstellerische Genie, hat seinen Seelenstempel aufgedrückt, niemals abwaschbar. Eine äusserst geschätzte, liebenswerte Zugabe, ein Geschenk für den geschulten Leser. Nach der Trennung eine Wiedersehensfreude - mit der Unsterblichkeit der Weltliteratur!

(geschrieben von Peter Baust)


28.07.2008, 10.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorstellung im Bücher-Wiki



Immer wieder wird über die Notwendigkeit einer eigenen Autoren-Homepage und anderer aktiver Marketingmassnahmen geschrieben. Ich möchte eine – vielleicht noch wenig bekannte Möglichkeit – vorstellen, wie man als Autorin oder Autor auch ohne Homepage bekannt werden kann. Hat man eine eigene Homepage, gilt natürlich, dass sie so noch bekannter wird.

Als Ersatz für eine eigene Homepage oder aber als Ergänzung dazu kann man sich im Bücher-Wiki unter www.buecher-wiki.ch vorstellen. Haben Sie schon Erfahrungen mit Wikis, können Sie Ihre Seite selbst anlegen. Die Überarbeitung und Gestaltung entsprechend der internen Vorgaben wird recht zügig durch die Redaktion vorgenommen. Natürlich kann jeder Autor seinen Eintrag jederzeit bearbeiten und ergänzen.

Ist man selbst mit Wikis noch nicht oder nur wenig vertraut, kann man seinen beispielsweise in Word geschriebenen Text per Upload-Funktion (in der Navigation links) auf den Server laden. Die Word-Datei wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion des Wikis geprüft und dann eingestellt.

In einem Autorenporträt ist Platz für die Kapitel „Leben und Schreiben“, „Werke“, „Auszeichnungen“, „Kontakt“, „Links“ sowie „Übrigens“. Auch ein Foto des Autors ist willkommen. Beispiele für Autorenporträts sind im Bücher-Wiki zahlreich in der Rubrik „Buchmenschen“ zu finden. Der Text sollte übrigens im lexikalischen Stil gehalten sein und keine reisserischen Werbeaussagen besitzen.

Noch einmal der Link: www.buecher-wiki.ch

(geschrieben von André Kröckel)


14.07.2008, 08.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Laura Laktose:
Ist das erste Buch mit den 1600 Lebensmitteln
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Marianne:
Es tut mir noch immer so leid dass ich erst v
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Anne:
Ich habe sehr lange Zeit online Schack gespie
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Ich bin generell begeistert von den Schüssle
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schuessler aslze:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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