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Tag: Glück
Glück zum Gewinnen
Wir Menschen können nicht dauerhaft glücklich sein. Unser Gehirn funktioniert nun mal so, dass es nur kurzfristig mit einer Dopamin- und Endorphin-Ausschüttung auf unerwartet »glückliche Ereignisse« reagiert. Mit dieser Aussage nimmt uns die Gehirnwissenschaft jede Illusion. Zum Glück aber müssen wir das ja nicht unbedingt glauben und dürfen weiterhin beglückt das tun, was wir am besten können eben dem Glück nachjagen.
Genauso vielleicht wie Kalle und Irina, die Protagonisten des neuen Kinohits »Glück«. Oder haben ein Obdachloser und eine Prostituierte sowieso keinen Anspruch auf Glück? Ist es für zwei vom Glück Verlassene überhaupt möglich, sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen?
Keiner anderen als der Kult-Regisseurin Doris Dörrie glückt nach »Kirschblüten - Hanami« eine weitere kongeniale Darstellung des bedeutendsten aller Gefühle: Sie schrieb das Drehbuch und führte die Regie bei der facettenreichen Verfilmung der »Glück«-Geschichte aus dem Bestseller-Werk »Verbrechen« von Ferdinand von Schirach. Das ab dem 23.02.2012 über die Leinwände flimmernde Kino-Epos »Glück« ist also keineswegs Fiktion. Schließlich verfasste Ferdinand von Schirach seine Kurzgeschichten »Verbrechen«, aus denen »Glück« entstammt, nach wahren Begebenheiten aus seiner Anwaltskanzlei.
Die Story erscheint gleichermaßen komplex wie hoffnungslos: Die Kriegsflüchtige Irina, vergewaltigt und traumatisiert, strandet, fern ihrer Heimat, in Berlin. Als Prostituierte kämpft sie um ihr Überleben. Dort begegnet ihr der Punk Kalle: Als Obdachloser schlägt er sich in den Straßenschluchten durch. Die Beiden tun sich zusammen, und langsam beginnt die Sonne auf ihr kleines Glück hinab zu scheinen. Bis, ja, bis ihnen das Schicksal erneut einen Strich durch die Rechnung macht und ein Freier in ihrer Wohnung tot aufgefunden wird. Ist ihr winziges Stück vom Glück bereits endgültig verloren?
In ihrer unnachahmlichen Art erzählt Doris Dörrie die Liebe zweier Glückloser: Am 23. Februar startet »Glück« in den deutschen Kinos! Als eigentlich große Liebesgeschichte und kein großer Kriminalfall, so beschreibt Doris Dörrie in einem Interview, das Sie auf der Filmseite www.glueck.de nachlesen können, den Hintergrund des reellen Straffalls aus der Feder von Ferdinand von Schirach. Und von der Liebe und vom Glück können wir alle doch nicht genug bekommen, oder?
Dabei können Sie das Glück nicht nur auf der Leinwand bewundern, sondern jetzt, mit ein bisschen Glück, auch hören: Der Hörverlag vertonte »Glück« auf zwei Audio-CDs mit einer Laufzeit von 140 Minuten. Wir von Jokers verlosen zum Kinostart fünf Mal je ein Hörspiel zum Film inklusive je einem Original-Kinoplakat! Schicken Sie uns eine E-Mail a n aktion@jokers.de mit der Betreffzeile »Glück«
Viel Glück wünscht das Jokers-Team!
13.02.2012, 16.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Von der Arzttochter zur Kult-Regisseurin: Doris Dörrie
Vielleicht sind Sie ja bereits auf unser Gewinnspiel aufmerksam geworden und riskieren Ihr Glück bei unserer Verlosung: Pünktlich zum Kinostart von »Glück« unter der Regie von Doris Dörrie können Sie bei uns das Hörspiel zum Film und ein Kinoplakat ergattern.
Anlass also genug, vielleicht einmal Revue passieren zu lassen, mit welchen Werken uns die begnadete Autorin und Regisseurin bislang erfreute. Und ich wette mit Ihnen: Sollten Ihnen der Name Doris Dörrie noch relativ unbekannt vorkommen sicherlich haben auch Sie schon den einen oder anderen ihrer Filme begeistert gesehen!
Doris Dörrie ist ein Frühlingskind: Am 26. Mai 1955 wurde sie geboren, in einen Arzt-Haushalt hinein. Dennoch schien ihr der Berufswunsch von Anfang an klar zu sein: 1973 ging sie in die USA, um dort Film und Schauspiel zu studieren. 1975 kehrte sie nach Deutschland zurück und studierte in München an der Hochschule für Fernsehen und Film.
Ihr großer Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten: Ihre Komödie »Männer«, die 1985 über die Leinwände flimmerte, wurde ihr erster großer Publikumserfolg. Seitdem geht es Schlag auf Schlag: Ein Kinoerfolg reiht sich an den anderen. Doch sie ist nicht nur als Regisseurin und Drehbuchautorin unbestreitbar eine der allerbesten sie ist auch als Autorin erfolgreich tätig. So erstaunt es nicht wirklich, dass sie zahlreiche Auszeichnungen einheimsen konnte.
Stöbern Sie doch einfach mal in unseren Angeboten: Auch wir haben zahlreiche Filme und Bücher von Doris Dörrie auf Lager.
Auszeichnungen von Doris Dörrie:
1984 Max-Ophüls-Preis: Publikumspreis der Stadt Saarbrücken für MITTEN INS HERZ.
1986 Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber; Filmband in Gold (Drehbuch) für MÄNNER.
1986 Goldene Leinwand für MÄNNER.
1986 Gildefilmpreis für MÄNNER.
1986 IFF Vevey (Schweiz): Goldener Spazierstock für MÄNNER.
1986 IFF Hof: Filmpreis der Stadt Hof für MÄNNER.
1992 Deutscher Filmpreis: Nominierung für HAPPY BIRTHDAY, TÜRKE.
1994 Journalistenpreis der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten für WAS DARF'S DENN SEIN?
1995 Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber für KEINER LIEBT MICH.
1995 Ernst Hoferichter-Preis für das schriftstellerische Werk.
1996 Der »Bettina von Arnim-Literaturpreis« der Zeitschrift »Brigitte« für die Kurzgeschichte »Der Vater der Braut«
Literatur von Dörrie:
(Hg. mit Robert Fischer): Kino 78. Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand. München: Nüchtern 1978, 216 S., ill.
Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug. Vier Geschichten. Zürich: Diogenes 1987, 178 S.
"Was wollen Sie von mir?" und 15 andere Geschichten mit Fotos von Helge Weindler. Zürich: Diogenes 1989, 192 S, ill.
Der Mann meiner Träume. Erzählung. Zürich: Diogenes 1991, 104 S.
Für immer und ewig. Eine Art Reigen. Zürich: Diogenes 1991, 304 S.
Love in Germany. Deutsche Paare im Gespräch mit Doris Dörrie. Unter Mitarbeit von Volker Wach. Zürich: Diogenes 1992, 159 S.
Suche nach Winnetous rechtem Fuss. In: Sonderhefte der Karl May-Gesellschaft, Nr. 98, 1993
Bin ich schön? Erzählungen. Zürich: Diogenes 1994, 352 S.
Samsara. Erzählungen. Zürich: Diogenes 1996, 329 S.
Der Lama von Karlsfeld. In: Ursache & Wirkung. Zeitschrift für Buddhismus in Österreich, Nr. 2, 1997.
Bücher und Filme von Doris Dörrie bei Jokers
07.02.2012, 09.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Von einem, der auszog, das Glück zu suchen: Gernstl unterwegs
Er ist gerne unterwegs. Und wer eine Reise tut, der kann bekanntlich etwas erzählen. Frans Xaver Gernstl erzählt Geschichten: vom Unterwegssein, von den Menschen, die er trifft, von Landschaften und allerlei Sehens- und Merkwürdigkeiten. Seit fast 30 Jahren zieht es ihn hinaus. Sein Jagdgebiet ist Deutschland, die Schweiz, Österreich und Südtirol, sein Markenzeichen ist seine Neugierde und Unaufgeregtheit, seine Waffe das Zuhörenkönnen. Stets an seiner Seite: Kameramann Hans Peter Fischer und Tontechniker Stefan Ravasz.
Im knallroten VW-Bus gondeln die Drei durch die Lande auf der Suche nach interessanten Begegnungen; »subventioniertes Rumstrolchen« nennen sie das. Die Frauen und Männer, die sie treffen, sind Menschen, die alle etwas gemeinsam haben, das sie aus der Masse hervorhebt: Sie haben eine Leidenschaft, ein Hobby, einen ungewöhnlichen Beruf, kurz irgendetwas, das sie mit Herzblut tun.
Gernstl trifft markige Originale und Weltverbesserer, Philosophen und Lebenskünstler: eine Märchenparkchefin, einen Sargbauer, eine Hutmacherin, einen Wünschelrutengänger, einen bayerisch-indischen Guru Das Gernstl-Team wird zu Knödeln und Brotzeit eingeladen, zu Fischbrötchen und Kuchen. Meistens kommen die »drei Jungs« unangemeldet und nutzen den Überraschungseffekt. So wirken die Filmsequenzen authentisch und es ist Spielraum für Improvisation.
Angefangen hat alles 1983, als sich Gernstl und seine Freunde erstmals auf die »Suche nach irgendwas« begaben. Sie waren jung, hatten Zeit und Lust auf Abenteuer. So zogen sie los und suchten »nach den besten Weibern, dem besten Bier und den besten Bratwürsten«, vielleicht auch nach dem Glück. Schöner Nebeneffekt: Es gab Geld für das Rumstrolchen. Denn der bayerische Rundfunk fand Gefallen an den außergewöhnlichen Reportagen und nahm sie ins Dritte Programm auf. Inzwischen sind die Gernstl-Geschichten Kult und haben einen großen Fanclub.
Bei Jokers finden sie die besten Gernstl-Abenteuer auf DVD:
DVD "Gernstl unterwegs" bei Jokers
DVD "Gernstls Reisen auf der Suche nach dem Glück" bei Jokers
DVD "Gernstls Deutschlandreise" bei Jokers
DVD Gernstl in den Alpen bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
24.01.2012, 09.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Formel für das Glück
Hinter der Glücksformel sind seit Jahrtausenden die Geistesgrößen dieser Welt her. Was macht glücklich? Wie lebt man ein glückliches Leben? Wie wird man seines Glückes Schmied? Generationen von PhilosophInnen, TheologInnen und anderen Geistesgrößen haben sich daran abgearbeitet, dennoch wurde niemals eine erschöpfende Antwort gefunden. Vielmehr ging es um Nächstenliebe und Bedürfnislosigkeit, innere Einkehr und reuige Umkehr, einfaches Leben und Verzicht. Einig war man sich nur in dem Punkt: Geld macht nicht glücklich! Aber es beruhigt, denkt der praktisch gesinnte Zeitgenosse. Und wenn der schnöde Mammon schon nicht glücklich macht, dann doch wenigstens zufrieden und sorglos.
Könnte nicht in dieser Zufriedenheit das Glück lauern? Spirituell sensibilisierte Gemüter werden diese pragmatische Weltsicht kritisieren. Eine Forschergruppe um den Volkswirtchaftler Bernd Raffelhüschen, der an der Freiburger Universität Finanzwissenschaften lehrt, verfolgte jedoch genau diesen Ansatz und befragte in einer repräsentativen Studie die Deutschen nach ihrem Glücksgefühl. Das Ergebnis: Glück ist gleich Lebenszufriedenheit. Und in eine Formel gepresst: »G1 mal G2 mal G3 mal G4.« Die vier Gs stehen für Gesundheit, Geselligkeit, Geld und Genetik (im Sinne von Mentalität).
Wir sehen, die Finanzen spielen eben doch eine nicht unerhebliche Rolle bei der Sache mit dem Glück. Aber das liebe Geld ist nur bis zu 5.000 Euro Einkommen im Monat glücksfördernd, fand die Raffelhüschen-Truppe heraus. Danach trete eine Glückssättigung ein. Ohne die anderen Gs wirds also nichts mit dem Glückszustand.
Um das Glück perfekt zu machen, vermerkten die GlücksforscherInnen (übrigens in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach und unterstützt von der Deutschen Post), wo man in Deutschland am glücklichsten ist. Dieser »Glücksatlas« verrät, dass in Hamburg die größten Glückspilze leben: mit einem Wert von 7,38 auf einer Glücksskala von 10. Am unglücklichsten ist man in Thüringen mit einem Glückswert von 6,45.
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, wo Sie glücksmäßig stehen, schauen Sie im Glücksatlas nach:
http://www.gluecksatlas.de/cms/index.html
Und für alle, die nicht genug bekommen können vom Glück, gibt es hier Lesefutter:
Buch "Die Fortuna Formel" bei Jokers
Buch "Glücklicher" bei Jokers
Und hier noch kleine Aufmerksamkeiten, um sich und andere glücklich zu machen:
"Tickets ins Glück" bei Jokers
"Das kleine Buch vom Glücklichsein" bei Jokers
"365 Gedanken des Glücks" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Klee ©
Annamartha/www.pixelio.de
31.10.2011, 15.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Gibt es ein Glücksgen?
Er bekommt Kritiken, für die andere Schriftsteller ihre Grossmutter umbringen würden. Das jedenfalls behauptet Autorin Margaret Atwood über ihren Kollegen Richard Powers. Der hat mit "Das Echo der Erinnerung" und "Der Klang der Zeit" in den letzten Jahren epochale Werke abgeliefert, die seinen Ruhm begründeten.
Der Autor stammt aus der Nähe von Chicago und ging während der Schulzeit mit seinen Eltern für fünf Jahre nach Bangkok, wo sein Vater als Lehrer arbeitete. Zurück in den USA begann er zunächst ein Physikstudium und wechselte dann zu Literaturwissenschaften. Ausserdem war er als Programmierer tätig.
Diese Stelle kündigte er nach einem Schlüsselerlebnis in einem Museum: August Sanders Fotografie "Jungbauern im Sonntagsstaat, Westerwald" beeindruckte in so sehr, dass er einen Roman darüber verfasste, der 1985 erschien und sofort einen Preis einheimste. Im gleichen Jahr zog Richard Powers für einige Jahre in die Niederlande, danach nach Cambridge. Seit 1993 ist er wieder in seiner Heimat Illinois und lehrt an der dortigen Universität. 2009 war er übrigens Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Und in diesem Jahr entstand auch sein Roman "Das grössere Glück". Auch hier wendet er sich das ist seine Spezialität wieder den Naturwissenschaften zu.
Hauptperson Thassadit nämlich, eine junge Algerierin, scheint das Glück gepachtet zu haben, obwohl sie die Gräuel des Bürgerkriegs in ihrer Heimat miterlebt hat. Ihr dauerhaftes Strahlen, das ihre Bekannten regelrecht verzaubert, ruft den Biotech-Unternehmer Thomas Kurton auf den Plan, der die junge Frau auf ein "Glücks-Gen" hin untersucht und sie einem riesigen Medienrummel aussetzt.
Ein hochaktuelles Thema, mit dem sich Powers kritisch auseinandersetzt. Und dazu noch mitreissend geschrieben. Wer sich für gesellschaftliche Fragen interessiert, ist bei diesem Roman definitiv gut aufgehoben. Übrigens geht das Interesse des Schriftstellers an der Gentechnik so weit, dass er sich als neunter Mensch überhaupt sein Genom aufschlüsseln liess ...
http://www.jokers.ch/3/15937867-2/buch/das-groessere-glueck.html
13.03.2011, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Glück ist nicht einfach
Mensje van Keulen. Dieser
Name klingt für meine Ohren ehrlich gesagt ziemlich lustig. So, als hätte ihn
Hape Kerkeling für eine seiner niederländischen Comedy-Charaktere ausgedacht. Aber
natürlich möchte ich der Amsterdamer Autorin mit diesem Namen keinesfalls zu
nahe treten, schon deshalb nicht, weil sie ein wirklich gutes Buch geschrieben
hat. "Die Glückliche" heisst es und man ahnt bereits, dass das mit dem
Glücklichsein mal wieder eine trickreiche Angelegenheit ist.
Die Hauptperson Nora heiratet sehr früh einen der angesehensten Männer ihres Dorfes, Martin. Erst anderthalb Jahrzehnte später erkennt sie, dass ihr Leben mit ihm keine Perspektive hat und stürzt sich in eine Affäre mit dem abenteuerlustigen Daniel. Als sie mit Daniel nach Pakistan geht, erkennt sie nach und nach seine dunklen und gewalttätigen Seiten und will nichts wie weg aus dem fremden Land. Die Frage ist nur, wohin. Wohl kaum zurück zu Martin, der ihr mit den typischen Angebereien des nicht mehr ganz jungen Mannes inzwischen fremd geworden ist. Nora sitzt zwischen allen Stühlen und versucht verzweifelt, doch noch ihr Stückchen Lebensglück zu erhaschen.
Wie Mensje van Keulen das Abstrampeln nach einer Portion Wohlergehen beschreibt, das hat schon Format. Nicht umsonst ist die Niederländerin in ihrer Heimat eine bekannte Grösse. Als Mitherausgeberin einer literarischen Zeitschrift begann sie ihre Laufbahn, dann folgten in den 1970er Jahren erste literarische Versuche, die schnell erfolgreich waren. Ihre Bücher haben seitdem viele Literaturpreise erhalten, einige der Werke gehören zur üblichen Schullektüre in den Niederlanden.
Dass sich die literarische Entdeckung unseres westlichen Nachbarn lohnt, ist spätestens seit Harry Mulisch, Maarten t’ Hart und Margriet de Moor bekannt. Mensje van Keulen und "Die Glückliche" sollten unbedingt dazugehören.
"Die Glückliche" bei Jokers
Bild: M. Grossmann/pixelio.de
11.10.2010, 01.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ist mehr vom Guten besser?
Paul Watzlawick avancierte zum Kult-Autor. Seine „Anleitung zum Unglücklichsein“ ist die Taschen-Fibel der Postmoderne geworden. Der schlaue und vor allem unterhaltsame wie tiefgründige „Ratgeber der anderen Art“ gibt dem Leser Hinweise, wir er das wunderbar selbst gemachte Unglück perfektionieren kann. Der Kommunikationspsychologe legt dabei die Mechanismen und Taktiken offen, mit denen wir alle uns so häufig das Leben selbst schwer machen. Der Titel des Werks ist ironisch gemeint: Gerade das Nichtbefolgen seiner Tipps sind der Schlüssel zur individuellen Zufriedenheit. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1983 ist die „Anleitung“ in den Bestsellerlisten. Über 1 Million Exemplare wurden verkauft. Natürlich finden Sie Watzlawicks Hauptwerk auch bei uns im Programm, aber wahrscheinlich sind Sie bereits mit dem Glücks-Büchlein vertraut. Was Sie aber sicher noch nicht kennen, ist die Doppel-CD „Mehr des Guten ist nicht notwendigerweise besser“. Zum Sonderpreis bieten wir Ihnen zwei Gespräche des im April 2007 verstorbenen Autors und einen Originalvortrag zum komplexen Thema der Kommunikationspsychologie.
Seine fünf „Grundregeln“ zur menschlichen Kommunikation werden bis heute als pragmatische Axiome von Psychologen genutzt, um das Funktionieren und die Missverständnisse von Kommunikation zu erklären:
- Man kann nicht nicht kommunizieren.
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.
- Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung.
- Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.
- Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.
Wenn auch Sie sich für Psychologie interessieren, sollten Sie sich vor allem den Vortrag „An der Wiege der Missverständnisse - Über Störungen der Kommunikation“, der sich auf dem CD-Doppelpack befindet, zu Gemüte führen. Wetten, dass Sie genauso wie ich über die vielen Paradoxien menschlicher Kommunikation erstaunt sein werden?
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
11.11.2009, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der lange Weg ins Glück
Eines der bekanntesten „Handbücher“ zum Glück sind die „Desiderata“. Lange glaubte man, bei den Versen handele es sich um eine uralte Inschrift der St. Pauls Kirche in Baltimore. Heute geht man jedoch davon aus, dass Reverend Frederick Ward Kates, der von 1956 bis 1961 Rektor (Pfarrer) von Old St. Paul´s war, die Desiderata 1959 in einer Sammlung seiner Pfarrbriefe festhielt. Sein Buch trägt den bezeichnenden Namen „Between Dawn and Dark“.
Ich möchte Sie Ihnen an dieser Stelle zitieren:
Gehe ruhig & gelassen durch Lärm und Hast & sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann.
Stehe soweit ohne Selbstaufgabe möglich in freundlicher Beziehung zu allen Mitmenschen.
Äussere deine Wahrheit ruhig & klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen & Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte.
Meide laute & aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist.
Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du bitter werden & dir nichtig vorkommen; denn immer wird es jemanden geben, grösser oder geringer als du.
Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner eigenen Pläne.
Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.
In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermassen vorhandene Rechtschaffenheit.
Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum. Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Noch sei zynisch was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie das Gras.
Ertrage freundlich-gelassen den Ratschluss der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf.
Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen. Viele Befürchtungen sind Folge von Erschöpfung und Einsamkeit.
Bei einem heilsamen Mass an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst.
Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume & Sterne; du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es dir nun bewusst ist oder nicht:
Zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorhergesehen.Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch von ihm hast und was immer dein Mühen & Sehnen ist.
In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit deiner Seele.
Trotz all ihrem Schein, der Plackerei & den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön.
Sei vorsichtig.
Strebe danach, glücklich zu sein.
Mehr zu den Desiderata und ihrer Auslegung finden Sie in dem Buch von
Bernhard Langenstein:
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.10.2009, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Glücksmomente
Es gibt wohl kaum ein Gefühl, über das so viel geschrieben und gedichtet wurde wie über die Liebe: In Abertausenden von Büchern, Geschichten, Filmen und Versen sterben und leiden, kämpfen und siegen die Helden und Heldinnen für oder wegen der Liebe. „Jemanden sehr zu lieben, verleiht Stärke. Von jemandem sehr geliebt zu werden verleiht Mut“, sagte Laotse. Dieser eingängige Spruch findet sich unter vielen anderen in unserer Schatzkiste „Meine Glücksbox für sonnige Tage“, die leider schon ausverkauft ist. Die Käufer dürfen sich jede Woche an einem anderen Zitat, begleitet von einem wunderbaren Bild, erfreuen. Nicht nur um die Liebe geht es da, viel mehr alles, was unser Herz erfreut. Gute Worte sollen uns Tag für Tag, Woche für Woche durch die Jahreszeiten begleiten. Eine schöne Idee, wie ich finde.
Doch zurück zur Liebe: Haben Sie ein Lieblingszitat? Vielleicht eines von Konfuzius, der riet: „Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“ Oder die Einsicht von Mahatma Gandhi: „Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“
Schreiben Sie mir doch hier als Kommentar die Zeilen, die Sie am meisten berühren!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.09.2009, 19.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ich lese sie gern nörgeln
Was ich an Sibylle Berg mag: Sie kann gut schreiben, ihre Charaktere wirken immer ein bisschen verloren, sie nennt auch unangenehme Dinge beim Namen und sie kann unnachahmlich schimpfen, zetern, motzen, nörgeln und zynisch sein.Ich weiß, das klingt jetzt alles ganz schön negativ, aber Frau Berg macht das auf eine sehr nonchalante Art. Sie macht es so, dass man, wenn man ein Bergsches Werk gelesen hat, nicht mehr selbst schimpfen und nörgeln muss, weil das ja gerade auf unübertroffene und sehr effiziente Weise bereits erledigt wurde. Gern lässt sie Menschen in der Nähe und in der Ferne das Glück suchen. Klar, dass das meist schief geht. Kommt ja immer irgendwas dazwischen. Ein Tsunami oder die lästigen Mitmenschen.
In „Die Fahrt“ begeben sich die unbelehrbaren Glückssucher an die exotischsten Orte, um Sinn zu finden. Andere bleiben zu Hause und hoffen dort darauf, dass endlich etwas passiert. Wie wahrscheinlich alle Berg-Leser glaube auch ich daran, dass sich hinter der vordergründigen Misanthropie, hinter all dem Ekel und der brillant formulierten Wut so etwas wie zarte Menschenfreundlichkeit verbirgt. Ihre Figuren sind immer scharf konturiert und werden in ihrem Scheitern ausgeleuchtet. Gerade deshalb kommt oft Sympathie auf mit diesen Menschen, die alles daran setzen, ihrem belanglosen Leben ein paar beseelte Momente abzutrotzen. Das alles ist in der eleganten Unverblümtheit geschrieben, wie ich sie an Sibylle Berg schätze. Mein Tipp: Unbedingt lesen!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
27.08.2009, 19.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL




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