Jokers Blog Schweiz

Von einem, der auszog, das Glück zu suchen: Gernstl unterwegs

Er ist gerne unterwegs. Und wer eine Reise tut, der kann bekanntlich etwas erzählen. Frans Xaver Gernstl erzählt Geschichten: vom Unterwegssein, von den Menschen, die er trifft, von Landschaften und allerlei Sehens- und Merkwürdigkeiten. Seit fast 30 Jahren zieht es ihn hinaus. Sein Jagdgebiet ist Deutschland, die Schweiz, Österreich und Südtirol, sein Markenzeichen ist seine Neugierde und Unaufgeregtheit, seine Waffe das Zuhörenkönnen. Stets an seiner Seite: Kameramann Hans Peter Fischer und Tontechniker Stefan Ravasz.


Gernstl.jpgIm knallroten VW-Bus gondeln die Drei durch die Lande auf der Suche nach interessanten Begegnungen; »subventioniertes Rumstrolchen« nennen sie das. Die Frauen und Männer, die sie treffen, sind Menschen, die alle etwas gemeinsam haben, das sie aus der Masse hervorhebt: Sie haben eine Leidenschaft, ein Hobby, einen ungewöhnlichen Beruf, kurz irgendetwas, das sie mit Herzblut tun.


Gernstl trifft markige Originale und Weltverbesserer, Philosophen und Lebenskünstler: eine Märchenparkchefin, einen Sargbauer, eine Hutmacherin, einen Wünschelrutengänger, einen bayerisch-indischen Guru Das Gernstl-Team wird zu Knödeln und Brotzeit eingeladen, zu Fischbrötchen und Kuchen. Meistens kommen die »drei Jungs« unangemeldet und nutzen den Überraschungseffekt. So wirken die Filmsequenzen authentisch und es ist Spielraum für Improvisation.


Angefangen hat alles 1983, als sich Gernstl und seine Freunde erstmals auf die »Suche nach irgendwas« begaben. Sie waren jung, hatten Zeit und Lust auf Abenteuer. So zogen sie los und suchten »nach den besten Weibern, dem besten Bier und den besten Bratwürsten«, vielleicht auch nach dem Glück. Schöner Nebeneffekt: Es gab Geld für das Rumstrolchen. Denn der bayerische Rundfunk fand Gefallen an den außergewöhnlichen Reportagen und nahm sie ins Dritte Programm auf. Inzwischen sind die Gernstl-Geschichten Kult und haben einen großen Fanclub.


Bei Jokers finden sie die besten Gernstl-Abenteuer auf DVD:


DVD "Gernstl" bei Jokers


DVD "Gernstl unterwegs" bei Jokers


DVD "Gernstls Reisen auf der Suche nach dem Glück" bei Jokers


DVD "Gernstls Deutschlandreise" bei Jokers


DVD Gernstl in den Alpen bei Jokers


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



24.01.2012, 09.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Glück, Franz Xaver Gernstl, Unterwegssein, Reisen ,

Flaschenpost aus Costa Rica Teil 2: Tico Wind

Arenal_Tilaran 026.JPGAm Arenalsee, dem riesigen Stausee der Stromgesellschaft ICE, weht zu jeder Jahreszeit beständiger Wind. Das macht ihn zu einem beliebten Surfrevier. Doch die steife Brise bläst einem manchmal sehr unangenehm ins Gesicht und bringt jede Menge Regen mit. Und gerade hat sich über mir eine solche Regenwolke zusammengebraut. Denn seit heute bin ich sowohl Job als auch Unterkunft los. Jetzt sitze ich in einer Cabina und knabbere die bei den Ticos (so nennen sich die Costa-Ricaner) so beliebten Chips und Kekse aus dem Supermarkt.


Gekommen ist das so: Nachdem mich Thomas in einer Art Lagerhalle mit einem Bett aus Bierkisten untergebracht hat, ich wesentlich mehr arbeiten musste als besprochen, er sogar das Trinkgeld behalten hat und zudem heute wieder einen seiner cholerischen Ausbrüche hatte, habe ich mitten im Mittagsgeschäft meine Schürze ausgezogen und bin gegangen. Den vereinbarten Hungerlohn hat er selbstverständlich nicht herausgerückt.


Aber egal, insgesamt war die Woche eigentlich ziemlich spannend. Zum Beispiel waren wir im Rio Tabacon baden - ein vulkanisch auf Badewannen-Temperatur aufgeheizter Fluss. Da gibt es im Wald angelegte Becken mit kleinen Wasserfällen, die wegen des teuren Eintritts hauptsächlich von Amis besucht werden, aber wirklich ausgesprochen angenehm sind. Gerade weil es die ganze Woche ziemlich kalt und nass war.


 


Zu einer Fiesta in Arenal, zu der mich meine inzwischen Ex-Kollegin Flaka mitgenommen hat, haben sich dagegen keine Gringos verirrt. In einem spärlich ausgestatteten Saal neben dem Plaza del Torros (die kleinen Stierkampf-Arenen gibt es tatsächlich in fast jedem größeren Ort) haben eine mexikanische und eine Tico-Band zum Tanz aufgespielt. Dazu gabs Imperial aus der Dose. Flakas Cousin Justin hat gesagt, die spielen noch die gleichen Lieder wie damals, als seine Mutter jung war. Aber ehrlich gesagt habe ich zu den neuen Liedern auch keinen Unterschied gehört.


Und dann hat mich noch der hier dauerurlaubende Surfer Horst ins nahegelegene Canas mitgenommen. Verblüffend, wie der Regen mit einem Schlag aufhört, sobald man die wolkenverhangene Talsenke verlässt. Mit Cuba Libre aus der Dose sind wir auf dem Kirchplatz gesessen und haben eine Unmenge an schwarzen Vögeln beobachtet, die sich in ohrenbetäubendem Gezeter um die besten Schlafplätze gestritten haben. Schließlich wird es schon immer um sechs dunkel. Da sind die Abende lang und die Unterhaltungsmöglichkeiten begrenzt.



Mal schauen, wohin mich der Tico-Wind nächstens hin weht. Ich glaube, meinen Geburtstag feiere ich erstmal am Strand von Nicaragua. Bis dahin verbleibe ich mit stürmischen Grüßen,


Anja Mayinger




20.01.2012, 12.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Tico, Hungerlohn, Kündigung, Cuba Libre, Rio Tabacon ,

»Knigge«? Nicht von gestern!

Soll man einer Dame die Tür aufhalten oder in den Mantel helfen oder ist das unzeitgemäß? Und wie siehts andersherum aus, wenn die Dame dem Herrn die Jacke bereithält? Wer stellt wen korrekt vor? Darf man heute noch bei Tisch die Gläser klingen lassen? Gutes Benehmen ist nach wie vor ein schwieriges Terrain. Man kann eine ganze Menge falsch machen, wenn man den Benimmbüchern glauben will. Doch wer den gesunden Menschenverstand bemüht und sich an die Maxime hält, seinen Mitmenschen so zu begegnen, wie man es selbst gerne möchte, hat schon gewonnen. Dann nämlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich beim Gähnen die Hand vor den aufgerissenen Schlund hält, um seinem Gegenüber den Anblick des Gaumenzäpfchens zu ersparen; die linke Hand wohlgemerkt, denn die rechte ist zum Schütteln da und sollte nicht in Kontakt mit Mund, Nase und Ohren kommen...


So betrachtet ist Benimm kein Luxus, sondern erleichtert das Zusammenleben. Das war auch das Ansinnen eines Mannes, der stets mit dem Thema »Manieren« in Zusammenhang gebracht wird: der gute alte »Knigge«. Dabei hatte Adolph Freiherr Knigge (1752 1796) gar nicht die Absicht, ein Anstandsbuch zu verfassen. Vielmehr schrieb er ganz allgemein »Über den Umgang mit Menschen« (so der Titel des 1788 erschienenen Werkes). Exakte Verhaltensanweisungen findet man darin keine, die kamen erst später dazu. Knigge war von den Idealen der Aufklärung geprägt und sprach sich in seinem Buch für Taktgefühl und Höflichkeit aus. Nach seinem Tod wurde »der Knigge« unzählige Male umgeschrieben und durch Benimmregeln ergänzt, so dass er heute als DAS Anstandsbuch schlechthin gilt. 2004 übrigens ging ein Nachfahre des Verfassers, Moritz Freiherr Knigge, zu den Wurzeln seines Ahnen zurück und brachte eine moderne Adaption des Ursprungswerkes unter dem Titel »Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten« heraus.


Wer einen Blick in den Ur-Knigge werfen möchte:

Buch "Über den Umgang mit Menschen" bei Jokers



Zu den eingangs erwähnten Fragen hingegen sei ein Blick in folgende Lektüre empfohlen:


Buch "Der kleine Knigge"



Buch "Der neue Knigge" bei Jokers



Buch "Manieren" bei Jokers



Buch "Sichere Umgangsformen" bei Jokers



Buch "Tischkultur" bei Jokers



Buch "Stil und Etikette" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger


Bild: Freiherr von Knigge/wikimedia

19.01.2012, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Etikette, Knigge, Benehmen, Benimmbuch, Umgangsformen ,

Was man lesen sollte: Literatur im Kanon

Gehören Sie auch zu den VielleserInnen? Zu denjenigen also, die Bücher geradezu verschlingen, sich durch dicke Wälzer fressen und einen Schinken erst weglegen können, wenn Sie beim hinteren Buchdeckel angekommen sind? Willkommen im Club: Sie befinden sich in allerbester Gesellschaft.


Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki ist schon von Berufs wegen Großkonsument von Drucksachen. Und er hat sich Gedanken gemacht, welche Romane, Gedichte und Essays man gelesen haben sollte. In seinem »Kanon der deutschen Literatur« hat er die 50 besten Werke herausgefiltert. Insgesamt fast 25.000 Seiten und alle hat er sie gelesen!


Künftige Vielleser werden meist schon in jungen Jahren auffällig: Heimliches Lesen timeMinute0Hour0nachts unter der Bettdecke im Schein der Taschenlampe ist ein sicheres Anzeichen für das »Laster«. Zu schön ist es doch, mit einem spannenden Buch Raum und Zeit zu vergessen.


Als bibliophiler Mensch sollte man über eine geräumige Wohnung mit viel Stellfläche für Bücherregale verfügen, denn hartgesottene SchmökerianerInnen trennen sich nur ungern von ihren Schätzen. Das Ende vom Lied: Es werden immer mehr Druckwerke und die belegen nicht nur etliche Raummeter Regalfläche, sondern wiegen auch eine Kleinigkeit. Es soll in den Behausungen manch chronischer BüchersammlerInnen schon Probleme mit der Statik gegeben haben...


Falls bei Ihnen der Platz knapp, die Literaturleidenschaft dafür groß ist, habe ich einen Vorschlag: die schönsten deutschen Erzählungen in der Hörbuchversion auf 40 CDs, ausgewählt und kommentiert von Marcel Reich-Ranicki!


Hörbuch "Der Hörkanon" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



18.01.2012, 15.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Literatur, Literaturkanon, Hörkanon, Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker ,

Flaschenpost aus Costa Rica:

Feliz Año nuevo!


Anja Mayinger, während ihres Studiums zunächst bei Jokers als Werkstudentin in unserer Werbung beschäftigt, vertrat im letzten Jahr eine Jokers Kollegin, die für ein Jahr Mutterschaftsurlaub hatte. Ende des Jahres lief ihr befristeter Vertrag aus. Jetzt gönnt sie sich ein Jahr Costa Rica in einer Bäckerei, die von einem Münchener in Nuevo Arenal betrieben wird: 


http://www.tom.cmxworker.de/index.php?seite=Startseite_t


Fragen Sie mich bitte nicht, wie der Kontakt zu dem Bäcker dort zustande kam und aus welchen Gründen Anja das Bäckerhandwerk in Costa Rica verstärken möchte. Ich fand ihre Idee jedenfalls lustig und abenteuerlich zugleich. Und weil ich in ihr immer noch die liebe und kompetente Kollegin sehe, als die ich sie über Jahre kennenlernen durfte, bat ich sie, hin und wieder für das Jokers Blog aus Costa Rica zu berichten. Hier ihr erstes Lebenszeichen.


Da wo ich jetzt bin, gibt es keine Postadresse. »Toms Pan, Nuevo Arenal, Costa Rica« genügt, um herzufinden, wo ich jetzt bin. Ortsangaben funktionieren hier nämlich folgendermaßen: nach der Kirche rechts, 200 Meter geradeaus, blaues Haus neben der Tankstelle. So lautet die offizielle Ortsangabe im Übrigen auch dann, wenn es die Kirche schon seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Deshalb sind Wegbeschreibungen in Costa Rica eher was für Insider. Aber nachdem ich hier sowieso ziemlich in der Pampa bin, wird es wohl kaum zu größeren Verwechselungen kommen...


Trotzdem gibt's in Nuevo Arenal erstaunlich viele kleine Geschäfte und Restaurants. Das liegt größtenteils daran, dass der gemeine Gringo hier heimisch geworden ist und nun die Region mit seiner Zahlungsfähigkeit und seinen guten Manieren beglückt. Ansonsten ist man eigentlich ohne Auto komplett aufgeschmissen. Und ach ja: Ich habe kein Auto.


In Anbetracht der örtlichen Gegebenheiten waren die Sylvester-Feierlichkeiten dann eher unspektakulär. Nach einem elfstündigen Arbeitstag ohne Pause und Mahlzeit waren alle ziemlich geplättet. Christina, eine andere Mitteleuropäerin um die 40, hatte Chili gekocht. Die illustre Essensgesellschaft bestand außerdem aus Thomas, dem Besitzer der Bäckerei Schrägstrich Touristenbusse-Lunch-Station, in der ich bediene. Seine hervorstechenden Qualitäten liegen neben fortwährenden Beteuerungen seiner Arbeitsüberlastung vor allem in seinem grünen Daumen. Der Mittvierziger hatte zum Essen seine blutjunge costa-ricanische Freundin dabei, die bedauerlicherweise in Ermangelung von Deutschkenntnissen nicht so richtig ins Gespräch fand. Es hat sich keiner wirklich bemüht, Spanisch zu sprechen. Stattdessen wurde ihre angebliche Schwangerschaft mitsamt der ihr unterstellten Absichten diskutiert - auf Deutsch zwar, aber sie saß immerhin daneben.


Dabei tat sich Christina besonders hervor. Sie lebt seit vier Jahren in Costa Rica, ist von Thomas mit der Bestimmung bedacht worden, in absehbarer Zukunft die Bäckerei zu übernehmen und hat nach umfangreichen eigenen Aussagen so gar kein Glück mit Männern. Momentan unterhält sie dennoch eine Liaison mit dem hundeblickigen Django keine Ahnung, ob der wirklich so heißt. Wenn er seiner Holden nicht gerade jeden Wunsch von den Augen abliest, läuft er ohne T-Shirt rum. Ich habe den Verdacht, er verfolgt mit der penetranten Zurschaustellung seiner tätowierten Muskeln eine gewisse Intention.


Ja und dann gibt es noch einen 23-jährigen Austausch-Bäcker aus Ravensburg. Chris trägt schwarz zu seinem hellen Teint und verlässt das Haus eher selten. Dafür begeistert er sich für Metall und Emo und war als Kind reicher Eltern früher viel allein, wie er sagt. Als sich alle versammelt hatten, ging die Party los.


Zu der ohnehin Mundhöhlen entflammenden Kulinarie Chili de la Muerte wurde ein ebenso brandstiftender Käse gereicht. Danach entschlossen sich die jung(geblieben)en Wilden Django und Thomas dazu, ein garantiert nicht TÜV-zertifiziertes und zudem antik anmutendes "Feuerwerk" aus der Versenkung zu holen. Damit ausgestattet zogen sie aus, die bereits schlafende Nachbarschaft und nichtsahnende vorbeifahrende Autoinsassen mit ohrenbetäubendem Artilleriefeuer zu erfreuen. Weil sich die pyrotechnischen Sensationen ausschließlich auf ein Maximum an Bummbumm beschränkten, veranlasste das einen Ruhe suchenden Nachbarn dazu, uns sehr eindrücklich zu beschimpfen. So fand die Veranstaltung ihr Ende.


Anja Mayinger



17.01.2012, 08.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Costa Rica, Bäckerei, Nuevo Arenal, Neujahr ,

„Little Miss Sunshine“ – Schräges Roadmovie über den schönen Schein

Eine chaotische Famile, ein alter VW-Buss und eine verrückte Idee: Das sind die »Zutaten« zu einer umwerfend komischen Familien-Komödie.


Olive Hoover (Abigail Breslin) ist ein kleines Mädchen mit einem großen Traum. Sie möchte Schönheitskönigin werden, unbedingt. Dafür tut sie alles, nervt ihre Familie, singt und tanzt unermüdlich und wird tatsächlich Siegerin bei den regionalen Ausscheidungen zur "Little Miss Sunshine" - in Albuquerque im tiefsten New Mexico. Dort geht es eher rustikal zu und so kann Olive trotz fehlender Model-Maße punkten. Ob es aber für die große Endausscheidung in Kalifornien reicht, im Land der Schönen und Reichen?


Olive, mit Babyspeck und Brille, ist von sich überzeugt. Viel mehr noch ist es ihr Großvater (Alan Arkin). Der betagte Herr, der gerne mal an Drogen nascht, ist Olives Trainer und ihr größter Fan. Die Frage, wer Olive begleiten soll zur großen Show in Los Angeles, ist rasch geklärt: Die ganze Familie macht sich auf den Weg.


Doch die Hoovers sind anders als andere Familien und so bleiben kleine Krisen und große Katastrophen auf der langen Reise nicht aus. Vater Richard (Greg Kinnear) ist erfolgloser Motivations-Guru. Opa Edwin flog aus dem Seniorenheim wegen schlechten Betragens und Drogenmissbrauchs. Bruder Dwayne (Paul Dano) hat sich ein Schweigegelübde auferlegt, bis es mit seiner Anstellung als Testpilot bei der Air Force klappt. Mit an Bord des quietschgelben VW-Busses, der seine besten Tage längst hinter sich hat, ist auch der suizidgefährdete, schwule Onkel Frank (Steve Carell). Die einzig Normale der Truppe ist Mutter Sheryl (Toni Collette), die die Kompanie zusammenhält.


Es kommt, wie es kommen muss, die Tour wird zur Tortur. Eine Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs, heimgesucht von allen möglichen Widrigkeiten, die man sich nur vorstellen kann. Zu allem Überfluss entwickelt auch der »Bulli« ein höchst desaströses Eigenleben. Er wehrt sich nach Kräften gegen die Reise und treibt die Hoovers mit seinen technischen Gebrechen in den Wahnsinn. Was kaum zu glauben ist, trifft ein. Olive erscheint halbwegs pünktlich zur Little-Miss-Sunshine-Wahl. Doch ihr Auftritt, eine leicht anzügliche Striptease-Nummer, sprengt den Wettbewerb komplett und hält letztendlich ihren zur Groteske gestylten Konkurrentinnen nebst übermotivierten Müttern und der Jury den Spiegel vor.

»Little Miss Sunshine«, das Spielfilmdebüt von Jonathan Dayton und Valerie Faris aus dem Jahr 2006, räumte bei unzähligen Film-Festivals ab und erhielt zwei Oscars! Zum Schreien komisch und zum Weinen schön und ein Highlight für Bulli-Freunde. Drehbuchautor Michael Arndt wuchs nach eigenem Bekunden mit einem VW T2 auf und setzte dem legendären Transporter ein filmisches Denkmal.


Machen Sie sich mit den Hoovers auf die Reise:

DVD "Little Miss Sunshine bei Jokers


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger


16.01.2012, 09.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Little Miss Sunshine, Roadmovie, Schönheitswettbewerb, VW-Bus, VW T2 ,

Die Natur als bacchantischer Gott

Sind Sie an Neujahr auch mit einem Kater aufgewacht? Das ausgiebige Trinken vor dem mitternächtlichen Anstoßen mit Sekt begleitet ja oft den »Rutsch« ins neue Jahr... Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie deswegen nicht zu haben! Kein anderer als Georg Wilhelm Friedrich Hegel sah Alkohol, genauer: Wein, als Zeichen des Geistes in der Natur. Und an diesem Naturgeist wollen wir ja schließlich alle gerne teilhaben. Gut, letztlich sah Hegel die Natur als Durchgangsstadium ohne Entwicklungsmöglichkeit, welche der Geist zu verneinen habe, um zu sich selbst zu gelangen... Aber möchte man das wirklich glauben?


Geboren wurde der erkenntnisreiche Weinkenner am 27. August 1770 in Stuttgart, gestorben ist er am 14. November 1831 in Berlin.


Man stelle sich einmal vor, wie der bekannte deutsche Idealist in seinem Kämmerchen saß und seine philosophischen Abhandlungen über die Natur und ähnliche Themen verfasste, in der einen Hand seine Feder, in der anderen ein gut gefülltes Weinglas... Vielleicht war es ein solcher Moment, der Hegel dazu veranlasste, die Natur als einen »bacchantischen Gott, der sich nicht zügelt und fasst" zu beschreiben und von einem "absoluten Gärungsprozess" des Geistes zu sinnieren?


In einem seiner Hauptwerke, der Phänomenologie des Geistes, ging er ebenso wenig sparsam mit Metaphern um: "Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist" oder: »Aus dem Kelche dieses Geisterreiches schäumt ihm seine Unendlichkeit.«


Ist diese Sprache samt der Erkenntnis nicht wunderbar? Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, der die Philosophie als das »Begreifen der Wahrheit« verstand, gibt uns die Legitimation, den irdischen Freuden zu frönen ... und die finden sich nun mal besonders im Wein. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben bei Jokers nicht nur zahlreiche Werke von und über den eloquenten Dialektiker Hegel, sondern mindestens genauso viele lehrreiche Bücher über den vollmundigen Traubensaft.





Artikel zum Thema Hegel bei Jokers



Artikel zum Thema Wein bei Jokers





Bild: Georg Wilhelm Friedrich Hegel/wikimedia

13.01.2012, 10.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Hegel, Wein, Phänomenologie, Natur,

Das gefährliche Königreich

Tolkien_1916.jpgAm 3. Januar wäre er 120 Jahre alt geworden: John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3.1.1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren, am 2.9.1973 starb er in Bournemouth.


Zweifelsohne ist sein berühmtestes Werk »Der Herr der Ringe«. Es eroberte die Bestsellerlisten und wurde auch als Verfilmung ein Kassenschlager. Über J.R.R. Tolkiens Hauptwerk lässt sich nicht streiten. Er gilt als Wegbereiter der modernen Fantasy-Literatur, seine Phantasiewelt Mittelerde stattete er mit einer umfangreichen Mythologie und mehreren selbst erfundenen Sprachen aus. Die solide Basis für Tolkiens Geschichten bildet seine berufliche Beschäftigung mit mittelalterlicher Sprache und Literatur. Einige seiner Werke und Gedichte gründen auf mittelalterliche Vorlagen. Für den studierten Sprach- und Literaturwissenschaftler richtete die Universität Leeds im Jahre 1924 eigens eine Professur für englische Sprache ein, 1925 wurde er zum Rawlinson und Bosworth-Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt.


Vielleicht stutzen Sie bereits: Tolkien verfasste auch Gedichte? Ja, so ist es und alle, die den Herrn der Ringe kennen, sind auch bereits mit einigen der schönsten vertraut. Erinnern Sie sich:


Three Rings for the Elven-kings under the sky,

Seven for the Dwarf-lords in their halls of stone,

Nine for Mortal Men doomed to die,

One for the Dark Lord on his dark throne

In the Land of Mordor where the Shadows lie.

One Ring to rule them all, One Ring to find them,

One Ring to bring them all and in the darkness bind them

In the Land of Mordor where the Shadows lie.


Auf Deutsch:


Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,

Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,

Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,

Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.


Auch in anderen Erzählungen ist die phantastische Poesie Tolkiens deutlich spürbar. Er verfasste sogar eine Ballade, in der er von den Abenteuern Tom Bombadils erzählt!


Tolkiens Gedenken zu Ehren haben wir ein Hörspiel ins Programm aufgenommen, auf dem zahlreiche seiner Geschichten zum Schwelgen einladen: »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« heißt die Sammlung aus sieben CDs.


Der Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher Gert Heidenreich liest die poetischen Gedichte aus dem Roten Buch. Er verzaubert mit eben jener Ballade von Tom Bombadils Abenteuern. Der deutsche Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen entführt uns in die Welt des kleinen Hundes "Roverandom", die Geschichte von "Bauer Giles" erzählt Hans Paetsch, der als Schauspieler, Regiesseur und Synchronsprecher berühmt wurde. Achim Höppner, dessen Stimme ebenfalls aus Film, Funk und Fernsehen bekannt ist, war bereits die deutsche Synchronstimme von Gandalf im Herrn der Ringe. Im Hörbuch »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« liest er die magische Geschichte von einem Jungen, der den "Elbenstern" findet.


Als Sonderausgabe finden Sie dieses umfangreiche Hörspiel für weniger als Fr. 30.- bei uns im Angebot!


Hörbuch "Geschichten aus dem gefährlichen Königreich" bei Jokers


Bild: J. R. R. Tolkien/wikimedia

12.01.2012, 16.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Tolkien, Ballade, Herr der Ringe, Fantasy-Literatur, Gedichte,

Molybdomantie: Die Zukunft liegt im Blei

»Ohhh, ich habe einen Elefanten gegossen!« rief Marianne begeistert, als sie bei unserer Silvesterfeier ihr Figürchen aus dem Wasser fischte. »Der bedeutet sicher, dass ich ganz alt werde und ganz viel Kraft haben werde!« Tobias schmunzelte und Peter machte aus seiner Irritation keinen Hehl. Wer glaubt schon daran, dass die Bleigießerei ein zuverlässiges Orakel wäre?


Meine Nichte, die sich gerade sehr für die alten Griechen begeistert, erläuterte, dass die Molybdomantie, was griechisch für Bleigießen, Orakeln steht, im antiken Griechenland regelmäßig praktiziert wurde.


Die alten Römer waren dann die Ersten, die Blei »industriell« verarbeiteten, und schon damals wurde berichtet, dass im Baltikum statt Blei mit Wachs gewahrsagt wurde. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs benutzten dann die Knechte ihre eingeschmolzenen Bleikugeln, um sich ihre Zukunft vorherzusagen.


Bleigiessen_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de.jpgFrüher war das Bleigießen ein weit verbreiteter Brauch, der am 30. November, dem Andreastag, gepflegt wurde. Der Andreastag war der typische »Lostag«, an dem Dienstboten, Mägde und Knechte erfuhren, ob ihr Dienstverhältnis verlängert wird. Als Los bezeichnete man damals das berufliche Schicksal. Der heilige Andreas war darüber hinaus für Heiratsorakel zuständig. Eine Jungfer, so die Mär, konnte durch das Bleigießen das Handwerkszeug, also den Beruf, ihres zukünftigen Bräutigams herausfinden. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, die Bedeutung beispielsweise einer gegossenen Peitsche auszumachen schließlich sind Kutscher heute nicht mehr allzu oft anzutreffen.


Die Deutung der Bleifiguren ist immer unterhaltsam, hält sich doch das Blei nicht wirklich an Regeln, zu welcher eine eindeutig interpretierbaren Form es sich gießen lassen will: Es gibt zwar zahlreiche Bücher, die sich der Symbolik des Bleigießens widmen, aber manchmal erscheint das hart gewordene Weichmetall doch eher als unförmiger Klumpen, der dem Orakelnden viel Fantasie abverlangt. Meine Figur sah zum Beispiel wie eine missglückte Mischung aus Walfisch und Palme aus. Vielleicht eine besondere Art der Metamorphose? Oder werde ich einfach nur eine schöne Fernreise unternehmen? Wer weiß: 2012 wird es zeigen.




11.01.2012, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Bleigießen, Zukunftsdeutung, Vorhersagen, Bleifiguren, Molybdomantie ,

Bibliophiles 2012: Literarische Jubiläen im Überblick

Wie jedes Jahr feierte ich auch dieses Jahr Silvester im Freundeskreis. Und wie immer verbrachten wir den Abend bis zum Jahreswechsel damit, nicht nur auf das vergangene Jahr zurückzublicken, sondern konzentrierten uns auf das, was uns im neuen Jahr erwartet. Insbesondere für uns Bücherliebhaber wird 2012 ein ereignisreiches Literaturjahr. Ein rundes Jubiläum reiht sich an das andere. Ich habe Ihnen einen kleinen, nicht vollständigen Überblick wichtiger Literaturjahrestage - vielleicht möchten Sie ergänzen, welche Jahrestage großer Autoren, die hier nicht erwähnt sind, Ihnen wichtig sind.


Es geschieht wohl nicht oft, dass Wilhelm Busch und Novalis nacheinander genannt werden, doch vereint die beiden unterschiedlichen Schriftsteller, dass sie beide dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern würden. Auch so große Namen wie Tolkien, Karl May, Douglas Adams oder José Saramago finden sich unter den Jubilaren, Karl May hat es 2012 sogar auf beide Seiten der Listen geschafft: Er hätte im Februar seinen 170. Geburtstag begangen, im März gedenken wir seines 100. Todestages.


Runde Geburtstage:


Du Fu 1300. Geburtstag


Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 390. Geburtstag


J. R. R. Tolkien 120. Geburtstag am 3.1.


Umberto Eco 80. Geburtstag am 5.1.


Franz Fühmann 90. Geburtstag am 15.1.


Molière 390. Geburtstag am 15.1.


Virginia Woolf 130. Geburtstag am 25.1.


Lewis Carroll 180. Geburtstag am 27.1.


James Joyce 130. Geburtstag am 2.2.


Georg Trakl 125. Geburtstag am 3.2.


Charles Dickens 200. Geburtstag am 7.2.


Alexander Kluge 80. Geburtstag am 14.2.


Karl May 170. Geburtstag am 25.2.


Victor Hugo 210. Geburtstag am 26.2.


John Steinbeck 110. Geburtstag am 27.2.


John Irving 70. Geburtstag am 2.3.


Douglas Adams 60. Geburtstag am 11.3.


Wilhelm Busch 180. Geburtstag am 15.4.


Novalis 240. Geburtstag am 2.5.


Arthur Schnitzler 150. Geburtstag am 15.5.


Kurt Schwitters 125. Geburtstag am 20.6.


Ambrose Bierce 170. Geburtstag am 24.6.


Georg Christoph Lichtenberg 270. Geburtstag am 1.7.


Walter Benjamin 120. Geburtstag am 15.7.


Isabel Allende 70. Geburtstag am 2.8.


Günter Wallraff 70. Geburtstag am 11.10.


Georg Heym 125. Geburtstag am 30.10.


Arnold Zweig 125. Geburtstag am 10.11.


Gerhart Hauptmann 150. Geburtstag am 15.11.


José Saramago 90. Geburtstag am 16.11.


Bjrnstjerne Bjrnson 180. Geburtstag am 8.12.


Robert Gernhardt 75. Geburtstag am 13.12.


Ingo Schulze 50. Geburtstag am 15.12.



Runde Todestage:


Georg Heym 100. Todestag am 16.1.


Franz Grillparzer 140. Todestag am 21.1.


Astrid Lindgren 10. Todestag am 28.1.


Alexander Puschkin 175. Todestag am 10.2.


Edgar Wallace 80. Todestag am 10.2.


Georg Büchner 175. Todestag am 19.2.


Stefan Zweig 70. Todestag am 23.2.


Nikolai Gogol 160. Todestag am 4.3.


Johann Wolfgang von Goethe 180. Todestag am 22.3.


Stendhal 170. Todestag am 23.3.


Walt Whitman 120. Todestag am 26.3.


Karl May 100. Todestag am 30.3.


Robert Musil 70. Todestag am 15.4.


Bram Stoker 100. Todestag am 20.4.


Ralph Waldo Emerson 130. Todestag am 27.4.


Henry David Thoreau 150. Todestag am 6.5.


Peter Weiss 30. Todestag am 10.5.


August Strindberg 100. Todestag am 14.5.


Johann Nepomuk Nestroy 150. Todestag am 25.5.


J. M. R. Lenz 220. Todestag am 4.6.


E. T. A. Hoffmann 190. Todestag am 25.6.


William Faulkner 50. Todestag am 6.7.


Kenneth Grahame 80. Todestag am 6.7.


Clemens Brentano 170. Todestag am 28.7.


Waldemar Bonsels 60. Todestag am 31.7.


Hermann Hesse 50. Todestag am 9.8.


Tania Blixen 50. Todestag am 7.9.


Walter Scott 180. Todestag am 21.9.


Emile Zola 110. Todestag am 29.9.


Géza Gárdonyi 90. Todestag am 30.10.


Ezra Pound 40. Todestag am 11.11.


Ludwig Uhland 150. Todestag am 13.11.


Paul Éluard 60. Todestag am 18.11.


Marcel Proust 90. Todestag am 18.11.


Günter Eich 40. Todestag am 20.12.


Louis Aragon 30. Todestag am 24.12.



10.01.2012, 08.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Literaturjubiläen, Todestage, Geburtstage, 2012, Literaturjahr ,

Laura Laktose:
Ist das erste Buch mit den 1600 Lebensmitteln
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Marianne:
Es tut mir noch immer so leid dass ich erst v
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Anne:
Ich habe sehr lange Zeit online Schack gespie
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Marie:
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