Jokers Blog Schweiz

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Autoren

(1) [2] [3] [4] [5] . . . [15] vorwärts >> 

Der literarische Stammtisch

Es gibt Männer, die Bücher lesen. Ganz normale Männer, keine schmächtigen Abiturienten, langhaarigen Studenten oder so. Und über Bücher wird nicht nur in Literaturcafés und ähnlichen Etablissements diskutiert. Nein, auch in der ganz normalen Stammkneipe nebenan. Zum Beispiel in einer Augsburger Cocktailbar im Schatten des Jakobertors, wo auch einige Jokers-Mitarbeiter ihre Freizeit verbringen.


Vlad.jpgWies dazu kam: Der Barkeeper hatte "Vlad" von C.C. Humphreys gelesen. Also das Thema "Dracula" in einem an historischen Personen und Ereignissen orientierten Roman. Er lieh ihn einem der Gäste, Tage später sprachen sie darüber, das Interesse anderer Gäste wurde geweckt, das Buch weiterverliehen.


Tja, und seitdem tauschen sich die Bier- und Bücherfans in besagter Bar über ihre literarischen Erfahrungen aus. Es geht meist um Unterhaltungsliteratur, aber die wird durchaus fachkundig kommentiert.


Ein kleiner Vergleich:


Laut "phantastic-news.de" zeichnet C.C. Huphreys in "Vlad" ein "überzeugend realistisches, atmosphärisch unheimlich dichtes und auch in Details stimmiges und faszinierendes Bild".



Dasselbe meint wohl der literarische Stammtisch, wenn auch etwas anders formuliert: "Ein unglaubliches Gemetzel, mit so detailliert beschriebenen Folterszenen, dass die Grausamkeit grad eben noch nicht den Spass verdirbt. Insgesamt aber richtig gute Unterhaltung, von der man länger was hat: 600 Seiten."



Das triffs doch, oder? Alles drin, was man wissen muss...



30.05.2011, 15.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Hüter der Bücherschätze

Gotthold_Lessing.jpgWas haben Lessing, Engels, Casanova und Ringelnatz gemeinsam - ausser, dass sie grossartige Schriftsteller waren? Sie arbeiteten als Bibliothekare, waren also Hüter der Bücherschätze! Wie beneiden wir doch diese professionellen Bücherfreunde, die sich den ganzen Tag mit dem umgeben können, was auch uns so sehr am Herzen liegt: dem Buch - und das in einer unübersehbaren Menge! Denken Sie nur an die prachtvolle österreichische Nationalbibliothek in Wien oder den Büchertempel der Herzogin Anna Amalia in Weimar. Unzählige Regalmeter an Bänden in kunstvoll ausgestalteten Palästen - da kann man als Bücherwurm nur neidisch werden...

Um sich da jedoch noch zurecht zu finden, bedarf es eines ausgeklügelten Systems - und eines Bibliothekars. Er ist nicht nur ein Hüter und Wächter, sondern auch der Führer durch den "Dschungel" des gedruckten Wortes. Schon in den ersten Bibliotheken der Menschheitsgeschichte, etwa der Tontafelsammlung von Ninive im 7. Jh. v. Chr., ging es nicht ohne jemanden, der den Überblick wahrte.

Damals wie heute sind Bibliothekare das Herz einer jeden Büchersammlung. Sie kennen nicht nur alle Geheimnisse der Archivierung, sie verantworten auch die Instandhaltung ihrer Schätze, organisieren Lesungen, helfen Benutzern bei der Literaturrecherche u.v.a.m. Der alte Zettelkasten hat dabei längst ausgedient. Heute verfügen nahezu alle der rund 14.000 deutschen Bibliotheken über ein computergestütztes Katalogisierungssystem.

Damit auch Ihre ganz private Bibliothek zu Hause wieder ein Stück wächst, lohnt sich ein Blick in unseren Jokers-Online-Shop. Bringen Sie Ihren Bücherschrank an seine Grenzen!

Bild: G. E. Lessing/wikimedia

12.05.2011, 00.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der Himmel des Bibliophilen

amsterdam-gracht-2.jpgNeulich bekam ich eine Postkarte: "En wij leefden nog lang en gelukkig" stand auf der Vorderseite vor einem roten Hintergrund in weissen Buchstaben. Auf der Rückseite stand in der krakeligen Schrift, die ich sogleich als die Klaue meines Freundes Sebastian entzifferte: "Rate mal, wo wir sind? Im Himmel!"


Ein wenig musste ich schon überlegen, bis ich den Aufdruck der Ansichtskarte als Niederländisch entzifferte. Zugegeben, der Stempel der Briefmarke half mir hierbei ein wenig. Dann gab ich die Zeile in ein Online-Sprachtool ein und erhielt die Übersetzung: "Und wir lebten glücklich bis ans Ende", der berühmte Schlusssatz aller wunderschönen Märchen. Sofort griff ich zum Handy und schickte Sebastian eine SMS - ich wollte überprüfen, ob er einen Rückfall in die Pubertät erlitt und in einem holländischen Coffeeshop versumpfte. Doch bald tippte er zurück: "Wir sind seit 2 Tagen in der Amsterdamer Bibliothek! Ein Traum für jeden Bücherfreund!" Ich war ein wenig verdutzt weshalb sollten Sebastian und seine Frau nach Amsterdam fahren, um dort in der Bücherei rumzusitzen?


Doch als die Beiden von ihrem Kurztrip zurück waren, erhielt ich die Antwort: Eigentlich sollten die fünf Tage, die sie in Amsterdam verbrachten, eine Art Kulturreise werden Museen wollten sie besuchen, Ausstellungen bewundern, sich auf die Spuren der Niederländischen Geschichte begeben. Doch der Starkwind, der die ganzen fünf Tage durch die Stadt brauste und sogar die Flugzeuge zu einem anderen Landeanflug zwang (Sebastian beschrieb amüsant ihr erstes Erstaunen, als die riesigen Passagiermaschinen im Tiefflug über die Fussgängerzone hinweg glitten), veranlasste eine Planänderung: An gemütliche Spaziergänge war bei diesem Wetter nicht zu denken! Sie suchten Zuflucht in der riesigen Bibliothek von Amsterdam. Und waren so begeistert, dass sie den Rest ihres Urlaubs in diesen heiligen Hallen verbrachten.


"So etwas habe ich noch nie gesehen", schwärmte Sebastian in seiner Erzählung: "Diese Bibliothek ist riesig, in ihr findest du alles, was dein Herz begehrt eine Etage beinhaltet alle Filme, die du dir vorstellen kannst, eine andere sämtliche Musik-CDs, von Klassik bis zu modernem Rap, und die übrigen Etagen lauter Bücher, Bücher, Bücher, in vielen Sprachen, sogar einen Ski-Gebietsführer von 2011 auf Deutsch habe ich zu Gesicht bekommen! Unten im Erdgeschoss sind Dutzende von Internet-Computern aufgebaut, die den Besuchern kostenlos zur Verfügung stehen, und auf den anderen Stockwerken sind unzählige Mac Books, an denen die Besucher arbeiten oder surfen können. Man kann auch sein eigenes Laptop mitbringen und anstöpseln, oder man kann sich in eine der "Arbeitsinseln" zurückziehen, das sind kleine Container, in denen man sich alleine zurückziehen kann. Richtig toll sind die ganzen Sitz- und Liegegelegenheiten eigentlich muss man sich dort gar kein Buch ausleihen, denn es macht viel mehr Spass, sich in eine Ecke zu legen und gleich vor Ort zu schmökern."


Kurz: Sebastian kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Wir haben dann auch noch die Webseite der Bibliothek besucht, die auch auf Englisch zur Verfügung steht:

http://www.oba.nl/index.cfm?vid=BC638BCA-3FFA-497D-9CA1C74A819C832A

Hier habe ich auch in Erfahrung gebracht, dass die Amsterdamer Bibliothek tatsächlich die grösste von ganz Europa ist. Aber vielleicht klicken Sie selbst mal rein und sehen sich das Video an? Auch ein virtueller Besuch dieser unglaublichen Bücherwelt lohnt sich, finde ich.


Bild (Amsterdam): © Anne Honisch/PIXELIO



01.04.2011, 01.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rekordverdächtige Bücher

Schneller, höher, weiter Dieses Motto gilt nur für sportliche Höchstleistungen? Weit gefehlt! Auch Bücher stellen rasante Rekorde auf. So konkurrieren sie etwa darum, welches denn nun das grösste, teuerste, schwerste, seltenste, meistverkaufte, schnellste ist. Ja, Sie haben richtig gelesen: das schnellste Buch. Die Stiftung Lesen wollte herausfinden, ob es möglich ist, ein Buch an einem einzigen Tag zu schreiben, lektorieren, setzen, drucken, binden, ausliefern, verkaufen, lesen, rezensieren. Es klappte. 2003 startete das Turbo-Buch, geschrieben von einem AutorInnen-Kollektiv mit 96 Seiten und einer Auflage von einmalig 1.000 Exemplaren. Thema: Tempo, was sonst...


Normalerweise geht es bei der Buchproduktion nicht mit Überschallgeschwindigkeit zu, vor allem nicht bei schwergewichtigen Schmökern, die jedes Bücherregal sprengen. Lange Zeit galt ein elefantöser Bildband über das Königreich Bhutan als grösstes Buch der Welt. Mit 1,52 x 2,13 Metern und einem Gewicht von 65 Kilogramm machte er mächtig was her. Der Rekordhalter wurde allerdings kürzlich entthront von einem noch gewaltigeren Schmöker, der sagenhafte 3,07 x 3,42 Meter misst. Mit diesen Ausmassen passt der Bildband des Autoherstellers Mazda nicht einmal mehr durch eine normale Tür.


Devil_codex_Gigas.jpgDas grösste handschriftlich gefertigte Buch des Mittelalters ist übrigens der "Codex Gigas" (gigas = griechisch für riesig), der es bereits auf 50 x 90 cm und ein Gewicht von fast 75 Kilogramm brachte. Nebenbei bemerkt: Schelme bezeichnen schon mal das Entlebuch als grösstes Buch der Schweiz. Dieses malerische Schweizer Tal im Kanton Luzern ist 397 Quadratmeter gross.


Nun sollte man annehmen, derart riesige Bücher seien auch entsprechend schwer. Keine Frage, sie bringen ordentlich Gewicht auf die Waage, aber leider nicht genug. Denn das wohl schwerste Buch Welt ist verhältnismässig klein. "Das Buch der Apokalypse" von Salvador Dali ist gerade mal 78 x 86 cm gross, mit seinen 210 Kilogramm allerdings so schwer wie ein Pony. Grund dieses stattlichen Übergewichts ist die Herstellung des Wälzers aus dickem Pergament.


Die Liste der Buch-Superlative kommt nun zum Thema Geld. Was kostet das teuerste Buch aller Zeiten? Eine ganze Menge, wenn man einen Fantasiepreis in schwindelnder Höhe ansetzt. Das hat der Schweizer Philosoph Tomas Alexander Hartmann getan und für sein Werk "Die Aufgabe" schlappe 153 Mio.Euro veranschlagt. Kein Pappenstiel für ein 13-seitiges Bändchen. Allerdings machte der Autor geltend, er habe 30 Jahre für die Fertigstellung gebraucht. Das ist trotzdem noch ein fürstliches Honorar. Ob das Werk jemals an den Mann oder die Frau gebracht werden konnte, ist nicht bekannt.


Ganz real teuer hingegen ist das ornithologische Buch "Die Vögel Amerikas" aus dem 19. Jahrhundert, das bei einer Rekordversteigerung bei Sothebys für 8,6 Mio. Euro unter den Hammer kam. Dagegen wirkt die erste Shakespeare-Gesamtausgabe von 1623, die in derselben Auktion für 1,8 Mil. Euro versteigert wurde, fast wie ein Schnäppchen. Lange sparen müsste man auch auf den "Codex Aureus", so er denn verkäuflich wäre. Diese über und über mit Gold und Edelsteinen verzierte Kostbarkeit lagert im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und wird auf 80 Mio. Euro geschätzt.


Wir von Jokers backen lieber kleinere Brötchen. Unsere Bücher sind allesamt handlich und ihr Erwerb führt garantiert nicht zum finanziellen Ruin. Stöbern Sie doch mal wieder in unserem Online-Shop!


Bild: Codex Gigas/wikimedia


26.03.2011, 00.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Was macht eigentlich Elke Heidenreich?

Seit ihrem Austritt aus der TV-Literatursendung "Lesen" im Herbst 2008 hört man nicht mehr viel von Elke Heidenreich. Zwar versuchte die ehedem beliebte deutsche Literatin das Format im Internet mit Punksänger Campino als erstem Gast neu zu beleben. Doch seitdem herrscht Funkstille. Auch ihre Auszeichnung mit dem Julius-Campe-Preis ging 2010 im öffentlichen Bewusstsein irgendwie unter.


Mir persönlich fehlt Heidenreich. Man mag von ihrer Meinung zur heutigen Fernseh- und Literaturlandschaft halten, was man will. Auch von ihrer Aussage anlässlich der Preisverleihung, "Würde es Lesen! noch geben, dann stünde heute "Diese alte Sehnsucht" von Richard Russo auf der Bestsellerliste, und nicht der seit Jahren chronisch überschätzte Bernhard Schlink oder dieser ganze Vampir-Quatsch."


Diplomatie gehört offensichtlich nicht zu ihren Stärken, dafür aber Leidenschaft und die ungebrochene Liebe zum Buch, die sie in so vielen Diskussionsrunden, Kritiken, Empfehlungen und eigenen Werken zeigte. Spätestens, als mein Hörbuch-Player im Auto auf "Zufall" gestellt neulich wieder "Der Welt den Rücken" spielte, merkte ich den Verlust. Seitdem liegt mir bei jedem Blick auf die aktuellen Buchbestsellerlisten mit all ihren Fantasyfiguren auf den Lippen: "Elke, komm zurück!"


09.03.2011, 17.06 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Ruf vergangenen Glücks

Es heisst, ein Freund sei jemand, der dir die Melodie deines Herzens vorsingt, wenn du sie selbst vergessen hast. Wie ich jetzt feststellte, gilt das auch für Bücher. In meinem Fall für "Der Club der toten Dichter" von Nancy H. Kleinbaum. Ich hatte ganz vergessen, welche glückliche Bestätigung meiner Gedankenwelt mir dieses Buch schenkte, das ich vor langer Zeit gelesen habe.


Die Freude an Poesie und Kreativität, das Entwickeln eigener Gedanken und nicht zuletzt das Betreten neuer, unerforschter Wege, all dies pflanzte mir der unkonventionelle Lehrer Keating damals ins Herz. Am prägendsten jedoch war seine Forderung nach Individualität. Natürlich pflügte ich mich begierig durch alle Literaturverweise des Buches. Ich verlor und fand mich in Henry David Thoreaus "Walden", entdeckte in den Gedichten Robert Frosts die Freude am Aussergewöhnlichen und lernte seinerzeit gar ganze Textpassagen wie auch den Schlussmonolog des Waldelfs Puck aus Shakespeares "Sommernachtstraum" auswendig.


Heute, Jahrzehnte älter, sehe ich die Welt aus erwachsenen Augen. Leise und unmerklich hat sich die Poesie aus meinem Leben geschlichen. Wo früher verheissungsvolle Geheimnisse des Alltags auf mich warteten, plagen mich heute manchmal Sorgen um Geld, Job, Familie. Blickte ich damals mit Freude in die Zukunft, halten mich heute Zukunftsängste so manche Nacht wach.


Doch das ist ja das Schöne an der Literatur, dass sie immer ein wenig des vergangenen Glücks speichert und vergessene Träume zurückruft. Denn was bedeutet schon die gemeinsame Steuererklärung, wenn sich meine Frau doch so viel mehr über ein selbstgeschriebenes Gedicht freut...


08.03.2011, 00.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

2011 und seine Literaturjubiläen

Für Liebhaber der schönen Künste wird 2011 ein exquisites Jahr. Lassen Sie uns einen Blick auf die bedeutendsten Jubiläen werfen!


* Michail Lomonossow, der geniale Naturwissenschaftler und Verfasser der allerersten russischen Gedichte, wäre 2011 300 Jahre alt geworden. Der Russe schrieb auch Schauspiele für das neue Nationaltheater und beeindruckte mit dem Verfassen einer russischen Grammatik.


* 200 Jahre wäre Franz Liszt geworden: Die meisten Musik-Fans kennen ihn als begnadeten Komponisten und Pianisten, jedoch wurden auch viele Briefe und Essays von ihm publiziert. Besonders erwähnenswert ist aber auch eine Biographie über Frédéric Chopin, die das Multi-Talent verfasste.


* William Makepeace Thackeray wurde im gleichen Jahr, also 1811, geboren: Der gebürtige Inder besucht in seiner Jugend ein englisches Internat, in London startete er seine schriftstellerische Karriere als Journalist. "Vanity Fair" (dt. »Jahrmarkt der Eitelkeit«) ist der bekannteste Roman aus seiner Feder.

* Ebenfalls 1811 wird Harriet Beecher Stowe, jüngste Tochter des Pfarrers Lyman Beecher, in den USA geboren: Wer las nicht ihr Werk »Onkel Toms Hütte«?


* Für deutsche Literatur-Begeisterte ist der Todestag von Heinrich von Kleist wohl besonders bedeutsam: 1777 in Frankfurt an der Oder geboren, starb er im November 1811 durch Suizid. Insbesondere sein Lustspiel "Der zerbrochene Krug" und seine Novelle "Michael Kohlhaas" machten ihn berühmt.


* Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt - Runde Geburtstage von zwei ausgezeichneten Schweizer Autoren. Die Schweiz feiert gleich zwei literarische Grossereignisse. Seinen 100. Geburtstag hätte Max Frisch, der ursprünglich Architekt war, gefeiert. In den 1950er Jahren verfasste er einige seiner erfolgreichsten Werke wie die Romane "Stiller" (1954) und "Homo faber" (1957) sowie das Schauspiel "Biedermann und die Brandstifter« (1958). 1976 erhielt der Schweizer den "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels", 1989 den "Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf". 1991 stirbt der Autor in seiner Geburtsstadt Zürich. Einer meiner Lieblingsautoren ist der Berner Autor Friedrich Dürrenmatt, der zehn Jahre jünger als Max Frisch ist: Besonders liebe ich neben seinen wunderbaren Texten (vor allem sein »Minotaurus« hat es mir angetan) auch seine Illustrationen. Seine Komödien "Der Besuch der alten Dame" (1956) und "Die Physiker" (1962) verhalfen ihm zum internationalen Durchbruch. Auch er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. 2011 wäre Friedrich Dürrenmatt 90 Jahre alt geworden.


* 1911, im selben Jahr wie Max Frisch, erblickt in Mississippi Thomas Williams das Licht der Welt. Als Spitznamen bekommt er »Tennessee« verpasst, weil er den Akzent des Nachbarbundesstaates spricht. Und genau unter diesem Namen wurde er auch mit seinen beeindruckenden Theaterstücken bekannt: "A Streetcar Named Desire" (dt. »Endstation Sehnsucht) und "Cat on a Hot Tin Roof" (dt. »Die Katze auf dem heissen Blechdach«) sind nur einige Beispiele, die ihm jedoch 1948 und 1955 den Pulitzer-Preis bescherten.


* Ein weiterer ganz grosser Name auf unserer Liste ist Ernest Hemingway. 1954 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, nachdem er im Jahr zuvor bereits den Pulitzer-Preis erhalten hatte. Seine Novelle "The Old Man and the Sea" (dt. »Der alte Mann und das Meer«) ist eines seiner bedeutendsten Werke. 1961 begeht er Suizid, somit ist 2011 ist sein 50. Todestag.


Noch ein Nobelpreisträger, dem 2011 gedacht wird, ist William Golding, der im gleichen Jahr wie Max Frisch und Tennessee Williams geboren wurde. Sein 1954 erschienener Roman "Lord of the Flies" (dt. »Herr der Fliegen«) zählt noch heute zur Schulpflichtlektüre. 1983 erhält William Golding zehn Jahre vor seinem Tod den Literaturnobelpreis.

Für uns Literatur-Liebhaber wird 2011 also ein wirklich einzigartiges Jahr.



23.01.2011, 00.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Werbung, die wirkt

Noch vor 30 Jahren war Werbung im deutschsprachigen Raum langweilig, dröge – aber meistens halbwegs informativ. Heute ist sie aggressiv, laut – aber unterhaltsamer. Leider allerdings viel zu oft mit der Holzhammermethode auf lustig und „kreativ“ getrimmt.

 

Wie erfreulich ist es da, wenn man mal eine gut gemachte Anzeige findet. Eine, die anspricht, informiert, den Aha-Effekt und ein Lächeln erzeugt. Ohne großes Tamtam. Wie zum Beispiel eine Anzeige der „Handwerkskammer für Oberfranken“.

Da heißt es schlicht:

 

„Die kurze Geschichte des Handwerks:

Rad erfunden,

Pyramiden gebaut,

Mars erkundet,

Abfluss repariert.

 

Das Handwerk

Die Wirtschaftsmacht von nebenan.“

 

Dazu zwei Internet-Adressen für weitere Informationen, keine Bilder oder aggressive Farben.

 

Gut, gell? Da wird mit wenigen Worten auf wenig Platz ein ganzer Berufsstand gleich um mehrere Stockwerke aufgewertet. Man nennt drei Errungenschaften, die jede/r als herausragend ansieht, und weckt zur eher profanen Abfluss-Reparatur dadurch den Gedanken: „Ja, eigentlich ist auch das eine für die Entwicklung der Menschheit wichtige Sache.“ Man bekommt richtig Lust, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen oder die nächstes Jahr fällige Bad-Renovierung etwas vorzuziehen.

 

Ob sich das schöne, einfache und wirkungsvolle Schema dieser Anzeige auch auf Bücher, Verlage, Literatur im Allgemeinen ummünzen ließe? Wie war das noch? Drei herausragende Errungenschaften, dann was Profaneres, trotzdem Wichtiges...

 

Zum Beispiel:

 

„Die kurze Geschichte der Literatur:

Sprache entwickelt,

Schrift erfunden,

Buch gedruckt,

...“

 

Ja, was jetzt? Kann man diese Reihe mit einer Aussage fortsetzen, die der Abfluss-Reparatur gleichkommt?

„Bild-Zeitung gelesen“? Hm, passt zum Abfluss, geht aber in die falsche Richtung.

„Bibliothek geschlossen“? Leider viel zu oft wahr, aber es soll ja ein positives Image erzeugt und keine Gesellschafts-Kritik geäußert werden...

 

Ich mach’s kurz: Es gibt im Zusammenhang mit Literatur nichts, das wie die Abfluss-Reparatur aus der Handwerkskammer-Anzeige wirken könnte.

 

Deshalb zurück zur Werbung:

 

„Die kurze Geschichte der Literatur:

Sprache entwickelt,

Schrift erfunden,

Buch gedruckt,

bei Jokers bestellt.

 

Die Literatur.

Denn Wissen ist Macht.“

 

10.01.2011, 16.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mehr als einfach nur lesen…

Buch.jpgMit einem Buch kann man ungeheuer viel anstellen. Natürlich zuerst einmal lesen. Aber da gibt es weitere Möglichkeiten. Gerade die soliden gebundenen Schmöker sind noch zu viel mehr nütze. Sie sind schwer genug, um Blumen darin zu pressen. Und man kann sich draufsetzen, wenn man ein Wunderkind ist, vor der österreichischen Kaiserin vorspielen soll und nicht an die Klaviertasten reicht. Wolfgang Amadeus Mozart sollen im zarten Alter von sechs Jahren Bücher untergeschoben worden sein, als er am Wiener Hof eigene Kompositionen vortrug.

 

Ein Segen, dass die Kunst des Buchbindens schon erfunden war. Man stelle sich vor, der Knabe hätte sich auf Papyrusrollen setzen müssen… Die nämlich gelten als die ersten Bücher überhaupt, benutzt vor etwa 5.000 Jahren im alten Ägypten. Im ersten Jahrhundert nach Christus begannen Griechen und Römer, beschriftete Papierstücke zu einem so genannten Codex zusammenzuheften – das gebundene Buch war erfunden. Das Handwerk des Buchbindens mit Fadenheftung und festem Deckel zählt zu den ältesten Gewerben und entstand um 300 n. Chr.

 

Heute freilich werden Bücher zumeist industriell gefertigt, die handwerkliche Bindung bleibt exklusiven Werken vorbehalten oder dient der Restaurierung alter Bücherschätze. Sie sehen, ein Buch hat im

wahrsten Sinne des Wortes viele Seiten – entdecken Sie sie!

 

 

Bild: © Paul Golla/PIXELIO

08.01.2011, 00.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

„Bücher pflücken“ gegen die Analphabetisierung

Kostenlos Bücher „pflücken“, mit nach Hause nehmen und lesen – diese Möglichkeit nutzten viele Paderborner beim diesjährigen Weltalphabetisierungstag am 8. September. Als engagierte Unterstützer der Alphabetisierung hatten Jokers und die Buchhandlung Linnemann mehrere Hundert Bücher gespendet, um die Passanten für das Lesen zu begeistern. Die freuten sich sichtlich über das Gratis-Lesefutter und griffen beherzt zu.

 

Alphabet.jpgVor der Buchhandlung informierten die Mitarbeiter des Bundesverbands Alphabetisierung und die VHS Paderborn die Öffentlichkeit über das Thema Alphabetisierung. Neben zahlreichen Mitmachaktionen erzählte der ehemalige Betroffene Tim-Thilo Fellmer aus seinem Alltag ohne Schrift. Als feierlicher Abschluss las der Poetry-Slammer Sulaiman Masomi aus seinem Werk mit dem Titel „Lyrik locker – wenn Alphabetisierung und Dichtkunst unter einer Decke stecken“.

 

Weltweit können rund 860 Mio. Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben. In Deutschland zählen etwa 4 Mio. Bürger zu den Analphabeten. Um dies zu ändern, rief die UNESCO 1965 den Weltalphabetisierungstag ins Leben, der seitdem jeden 8. September weltweit begangen wird.

 

Vielleicht konnte Jokers restseller mit dem Bücherpflücken ja bei dem ein oder anderen die Liebe zum Buch (neu) entfachen!



Bild: Renate Kalloch/pixelio.de

19.10.2010, 00.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

(1) [2] [3] [4] [5] . . . [15] vorwärts >> 

Laura Laktose:
Ist das erste Buch mit den 1600 Lebensmitteln
...mehr

Marianne:
Es tut mir noch immer so leid dass ich erst v
...mehr

Anne:
Ich habe sehr lange Zeit online Schack gespie
...mehr

Marie:
Ich bin generell begeistert von den Schüssle
...mehr

schuessler aslze:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
...mehr

Einträge ges.: 1367
ø pro Tag: 0,5
Kommentare: 38
ø pro Eintrag: 0
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 2560
TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3





<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
28293031