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Thema: Hörothek
Alles neu macht der Mai
Haben auch Sie dieses untrügerische Gefühl des Neubeginns? Dass uns die Welt mit den Frühlingsknospen zahlreiche neue Möglichkeiten offeriert, dass hinter jeder Ecke die Chance auf einen Neuanfang wartet? Dann sind auch Sie, lieber Leser, im Mai angekommen: Der Monat des Frühlingserwachens ist angebrochen!
Weil auch wir von Jokers nicht vom Gefühl des Aufbruchs, des Neubeginnes gefeit sind, haben wir uns eine Frühlings-Aktion einfallen lassen: Haben Sie schon unsere Seite »Heute neu bei Jokers« entdeckt? Hier stellen wir Ihnen unsere frischesten Artikel vor - tagesaktuell und so neu, dass sie natürlich noch nicht im Katalog zu finden sind - und vielleicht auch nie sein werden, denn diese Angebote sind erfahrungsgemäß schnell vergriffen.
Von historischen Romanen, DVDs, Hörbücher, Thrillern bis hin Fachbüchern stellen wir Ihnen hier immer die Artikel vor, die wir gerade eben auf dem Medienmarkt für Sie eingekauft haben.
Mir hat es gerade ganz besonders ein Hörbuch angetan, das es in sich hat: »Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat« ist der Titel der beiden Audio-CDs, auf denen der Literaturprofessor Bayard unterhaltsam erläutert, wie auch der Bibliophile, der viel lieber in einem Balkonpflanzenratgeber schmökert als sich durch die Klassiker der Literaturgeschichte zu arbeiten, z.B. über »Ulysses« fachsimplen kann.
Also: Klicken Sie sich doch mal durch unser »Frische-Regal« bei »Heute neu bei Jokers«!
Zur Rubrik »Heute neu«:
http://www.jokers.ch/1/neu/heute-neu.html
Zu dem Titel von Bayard:
Bild: Knospe © ANGELIKA WOLTER/www.pixelio.de
10.05.2011, 10.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Hörbücher: Kino für die Ohren!
Wer nicht lesen will, muss hören Hörbücher sind nur etwas für Lesemuffel? Irrtum! Die "sprechenden Bücher" sind etwas ganz Besonderes und verbreiten ihren eigenen Zauber: grosse Literatur, knisternde Spannung, beste Unterhaltung vorgetragen von grossen Stimmen. Kino für die Ohren!
Was heute als Audiobook boomt, begann um 1890 mit der "Beschiessung von Paris", ein etwa zwei Minuten langes "Hörbild", das eine Schlacht aus dem Deutsch-Französischen Krieg akustisch darstellte gespeichert mittels Tonwalzen auf dem Phonographen. Es folgten erste Tonaufzeichnungen mit Dichterlesungen, die mit dem Aufkommen der Schallplatte Anfang des 20. Jahrhunderts auch einem breiten Publikum zugänglich wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ersten Hörbücher im eigentlichen Sinne produziert, hauptsächlich für Blinde und Sehbehinderte. Diese so genannten Sprechplatten fanden schnell auch unter sehenden Literaturbegeisterten Anhänger. Legendär ist die Schallplattenfassung von Goethes Faust in der Inszenierung von Gustaf Gründgens aus dem Jahr 1954. Schon damals "liehen" bekannte Schauspieler ihre Stimmen dem Hörbuch: Will Quadflieg etwa oder Thomas Mann, Helmut Qualtinger, Klaus Kinski, Erich Kästner, Günter Grass... In den 1970er-Jahren lösten Hörkassetten die Sprechplatten ab und rund 20 Jahre später setzte sich das auch heute gebräuchlichste Medium für Hörbücher durch, die CD.
Heute gibt es beinahe jedes erdenkliche Buch auch in der Hörversion, entweder als Hörspiel aufbereitet oder vorgetragen von einem Sprecher oder einer Sprecherin. Beide Varianten haben ihren Reiz. Seien wir ehrlich, davon haben wir in der Schule doch geträumt: die endlos langen Klassiker ganz gemütlich zum Lauschen. Einfach zurücklehnen, aufs Knöpfchen drücken und schon ist man mitten drin im Geschehen. So erschliessen Hörbücher durch die Kunst des Vortrags auch manch harten literarischen Brocken. Und sie lassen die schöne Tradition des Erzählens wieder aufleben.
Auch bei Jokers gibts was auf die Ohren! Lauschen Sie mal rein in unsere grosse "Hörbibliothek":
http://www.jokers.ch/1/1200000/hoerbuecher.html
17.03.2011, 16.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Befreiung von Auschwitz-Birkenau
Die jüdische Ärztin Lilli Jahn hat die Befreiung des KZs Auschwitz am 27. Januar 1945 nicht mehr erlebt. Sie wurde im Jahr 1944 in Auschwitz ermordet, nachdem sie 1943 bereits in ein Arbeitslager verschleppt wurde. 44 Jahre ist sie alt geworden.
Das Jahr 1945 war eines der schlimmsten der Menschheitsgeschichte. Im Januar 1945 wurden etwa 60.000 Häftlinge aus Auschwitz in Todesmärschen nach Westen getrieben. In den Lagern blieben etwa 7500 Menschen zurück, die zu schwach waren. Von diesen Lagerinsassen wurden mehr als 300 erschossen, bevor die Rote Armee endlich die verbliebenen Gefangenen befreite. Zuerst wurde das Hauptlager Monowitz am Vormittag des 27. Januar 1945 durch die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front befreit. In den nächsten Tagen starben von den dort zurückgelassenen 600 bis 850 Gefangenen trotz medizinischer Hilfe noch 200 Menschen an Entkräftung. Dieselbe Division befreite das Stammlager und Auschwitz-Birkenau am frühen Nachmittag des 27. Januar. In Birkenau waren fast 5.800 Kranke, darunter fast 4.000 Frauen, unversorgt zurückgeblieben.
Für Lilli Jahn war es zu spät. Ende August 1943 wurde die deutsche Ärztin jüdischen Glaubens, die am 5.3.1900 in Köln unter dem Familiennamen Schlüchterer geboren wurde, denunziert. Sie hatte auf dem Klingelschild das für alle Jüdinnen vorgeschriebene "Sara" in ihrem Namen weggelassen, dafür aber ihren für Juden verbotenen Doktortitel belassen. Wegen Verstoßes gegen das Reichsgesetz vom 17. August 1938 wurde sie in das Arbeitserziehungslager Breitenau bei Guxhagen überführt. Lilli Jahn wurde dort als Zwangsarbeiterin in einer Pharmafabrik eingesetzt.
Im März 1944 wurde sie mit einem Sammeltransport über Dresden nach Auschwitz deportiert. Vorher gelang es ihr noch, die Briefe an ihre Kinder aus Breitenau hinaus zu schmuggeln. Diese Briefe sind heute ein unglaublich bewegendes authentisches Stück Zeitgeschichte. Im September 1944 erhielten die Kinder in Immenhausen die Nachricht vom Tod ihrer Mutter. Das Hörbuch "Mein verwundetes Herz" basiert auf diesen Briefen Lillis an ihre Kinder.
Hörbuch "Mein verwundetes Herz" bei Jokers
02.02.2011, 00.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Des Abenteurers Sehnsucht
Die Kurzgeschichte "Schnee auf dem Kilimandscharo" gilt als eines der Meisterstücke von Ernest Hemmingway: Wir gedenken im Jahre 2011 nicht nur seines Todestages (1961 nahm er sich selbst das Leben), sondern auch seiner ab 1921 aufgenommen Tätigkeit als Journalist. Und eben das Hörbuch zu genau jener Kurzgeschichte holte ich neulich Abend hervor, als unsere Freundin Sabine aus ihrem Urlaub zurückkehrte und uns Bilder zeigen wollte. Sie war nämlich gerade von der Besteigung des Kilimandscharo zurückgekehrt.
Er ist der höchste Berg von Afrika. Sein Uhuru Peak ragt mit 5892 Metern Höhe als erhabenster Punkt des Kontinents auf. Der "Kili" ist ein gewaltiges Bergmassiv von 50 x 80 Kilometer Grundfläche, das sich aus einer steppenartigen Hochebene erhebt: die größte freistehende Erhebung der Erde. Wie Sabine erzählt, ist der Kilimandscharo eigentlich ein "einfacher" Berg. Kein Seil, kein Pickel, kein Steigeisen, also keine technische Ausrüstung sind erforderlich, Wanderwege führen hinauf.
Es ist die Höhe, die diesen Berg trotzdem zu einem richtig schweren Berg macht. Innerhalb von wenigen Tagen steigt der Abenteurer von 1000 Meter auf fast 6000 Meter auf. Dort oben enthält die Atmosphäre etwa halb so viel Sauerstoff wie auf Meereshöhe, eine Herausforderung für den menschlichen Organismus!
Die Höhenkrankheit in Form von Lungenödem und Hirnödem ist allgegenwärtig. Tritt sie auf, muss sofort der Abstieg begonnen werden oder der Körper muss mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden. Der Tod droht als schlimmste Folge, wie Sabine berichtet: Sie musste miterleben, wie ein anderer Tourist an Ort und Stelle verstarb. Ungefähr drei Todesfälle verzeichnet der Berg pro Jahr.
Fasziniert und angespannt lauschte ich den Erzählungen von Sabine. Wahrscheinlich verbringen nur Verrückte ihren Urlaub so. Oder aber echte Abenteurer, die eine unstillbare Sehnsucht in sich tragen, die wohl nur andere Abenteurer verstehen. Eben einer wie Ernest Hemmingway. Die Geschichte "Schnee auf dem Kilimandscharo" bieten wir Ihnen als Hörbuch an.
Bild: © Ulla Trampert/ Pixelio
29.01.2011, 00.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Vor den Schatten des Windes wird gewarnt
Die Leipziger Buchmesse ist gar nicht mehr allzu weit entfernt - sie beginnt Mitte März. Seitdem ich einmal fast vergessen hätte, dort aus dem Zug zu steigen, verbinde ich Leipzig mit einem ganz bestimmten Buch. Wegen »Die Schatten des Windes« von Carlos Ruiz Zafón nämlich hätte ich einmal fast meinen Zielbahnhof verpasst. Und damit die Buchmesse. Wäre ganz schön peinlich geworden. Aber das zeigt, dass dieser Roman mich so gefesselt hat, dass ich im wahrsten Sinne die Welt um mich herum vergessen habe.
Wie der junge Daniel Sempre den Friedhof der vergessenen Bücher in Barcelona entdeckt und wie er den geheimnisvollen Schriftsteller Julian Carax zu finden versucht, das entwickelt einen solchen Sog, dass ich »Den Schatten des Windes«nur jedem ans Herz legen kann, der sich für Bücher begeistern kann.
Die morbide, herrschaftliche, fast gespenstische Atmosphäre des Villenviertels von Barcelona tut ein übriges und lässt eine verwunschene Welt vor dem inneren Auge entstehen. Klar übrigens, dass mich der Weg in dieses Viertel unterhalb des Bergs Tibidabo führte, als ich einmal in Barcelona war. Und wirklich hat dieser Stadtteil etwas Unwirkliches und Geheimnisvolles an sich.
Den Bestseller des spanischen Autors als Hörbuch zu entdecken ist ein besonderer Genuss aber falls Sie Hörbüchern gern auf Autofahrten lauschen, passen Sie auf: Biegen Sie nicht irgendwo falsch ab, weil Sie mit den Gedanken in der phantastischen Buchwelt des Helden Daniel gefangen sind ich jedenfalls habe Sie gewarnt ...
"Im Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafon als Hörbuch bei Jokers
19.01.2011, 00.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Das Verzeihen in der Liebe
„Liebe ist der Sinn,
Dialog der Weg, Würde das Prinzip.“ Oft frage ich mich, wie es in einer
Beziehung so weit kommen kann, dass Menschen, die sich einmal liebten,
plötzlich einen Rosenkrieg führen können. Was ist geschehen? Sind die grossen
Gefühle in blanken Hass umgeschlagen? Ist der Sinn in der Partnerschaft
abhanden gekommen, hat man verlernt, miteinander zu reden, ist aus dem Versuch,
die eigene Würde zu retten, Verachtung für den anderen entstanden?
Liebe ist der Sinn, Dialog der Weg, Würde das Prinzip, ruft uns der Psychotherapeut Michael Cöllen zu: „Eine Kultur der Liebe gibt den Menschen die Würde zurück. Die Liebe als intensivste Form von Beziehung vollzieht sich im Austausch von Körper, Geist und Seele im Ineinander und Miteinander der Partner, von Frau und Mann. Diese Totalität der menschlichen Erfassung ist unvergleichlich, bedingt ihren Zauber, ihre Explosivität, aber auch ihre Zerstörungskraft. Diese Liebe zu lernen, ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess gegenseitiger Stimulierung, um sich zu ersehnter Ganzheit zu vervollständigen, die sonst nirgendwo möglich und durch nichts ersetzbar ist.“
Doch viele Steine sind auf dem Weg des Dialogs zu finden, und der Sinn, die Liebe, geht oftmals verloren: Paare haben sich gegenseitig immer wieder neu zu verzeihen, wenn ihre Liebe überleben soll. Verzeihen ist eine Höchstleistung für die Seele. Verzeihen und um Verzeihung bitten sind der Ernstfall der Liebe und gleichzeitig die Reifeprüfung für alle Liebenden.
„Das Verzeihen in der Liebe“ gibt es bei uns als MP3-CD. Hier wird das Konzept der Paarsynthese von Michael Cöllen und Ulla Holm, Pädagogin und Psychologin, verständlich vermittelt.
„Das Verzeihen in der Liebe“ bei Jokers
Bild: sokaeiko/pixelio.de
02.12.2010, 00.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ist Liebe lauter nichts...
Ist Liebe lauter nichts, wie dass sie mich entzündet?
Ist sie dann gleichwohl was, wem ist ihr Tun bewusst?
Ist sie auch recht und gut, wie bringt sie böse Lust?
Ist sie nicht gut, wie dass man Freud aus ihr empfindet?
Lieb ich gar williglich, wie dass ich Schmerzen trage?
Muss ich es tun, was hilft´s, dass ich solch Trauren führ?
Tu ich´s nicht gern, wer ist´s, der es befiehlet mir?
Tu ich´s gern, warum, dass ich mich dann beklage?
Ich wanke wie das Gras, so von den kühlen Winden
Um Vesperzeit bald hin geneiget wird, bald her.
Ich walle wie ein Schiff, das in dem wilden Meer
Von Wellen umgejagt nicht kann zu Rande finden.
Ich weiss nicht was ich will, ich will nicht was ich weiss,
Im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiss.
(aus dem Italienischen von Martin Opitz)
Jedes Mal, wenn ich diese Zeilen lese, entsteht vor meinem inneren Auge das Bild jenes einsamen Manns, der im Staub Italiens durch die Provinzen zieht, immer auf der Suche nach Linderung seines Liebesleids. Ja, er wusste, was ein gebrochenes Herz bedeuten kann, er spürte am eigenen Leib, wie schmerzvoll eine unmögliche Liebe sein kann. Sein Leben lang liebte Francesco Petrarca Madonna Laura. Sie war es, die ihn Jahrzehnte lang inspirierte, sie war es, die er nicht vergessen konnte. Doch im 14. Jahrhundert war es unmöglich, dass eine verheirate Frau wie Madonna Laura einen Liebhaber erhören würde.
Der grossartige Poet Francesco Petrarca wurde 1304 in Arezzo geboren. 1310 folgte er seinem Vater, einem florentinischen Notar, in die politische Verbannung; zunächst nach Pisa, später nach Avignon. Dort erhielt er Unterricht in Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Schliesslich nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das er zeitweilig in Bologna und Montpellier fortsetzte; er schloss es jedoch nicht ab. 1326 kehrte er nach Avignon zurück. Es war sein Schicksalsjahr: In Avignon traf er die verheirateten Madonna Laura zum ersten Mal. Ihr widmete er sein berühmtes Werk "Canzoniere", eine Gedichtsammlung, die von nichts anderem als seiner unerfüllten Liebe zu ihr handelt.
Mit dieser neuartigen Form der Liebesdichtung übte Petrarca so grossen Einfluss auf die europäische Dichtung des Mittelalters aus, dass diese Stilform nach ihm benannt wurde: der Petrarkismus. Er löste den Minnegesang ab und lebte bis weit in die Neuzeit hinein.
Anno 1337 zog sich der Weitgereiste schliesslich nach Vaucluse zurück, um sich nun vollständig seinem Schaffen zu widmen. Petrarcas Werk stellt in der italienischen Literatur den Übergang von einer mittelalterlichen, Dante verpflichteten Tradition zur neuzeitlichen Literatur dar, wobei Italienisch als lyrische Sprache verwendet wird. Petrarca war von grosser humanistischer Gesinnung, die vor allem in seinem Werk "Epistulae" deutlich wird. Vollkommen neu ist in diesem Werk auch die erste literarische Naturschilderung: Petrarca beschreibt den Aufstieg auf den Mont Ventoux. Vor vielen Jahren habe ich diese Schilderung einmal gelesen.
1341 führte Rom zur Ehrung Petrarcas die altrömische Tradition der Krönung des "Poeta laurentis" wieder ein, was unter anderem auf das religiös-humanistische Werk "Trionfi", eine allegorisch-didaktische Dichtung, zurückgeht.
1353 schliesslich ging Petrarca nach Mailand, um als Diplomat im Dienst der Visconti zu arbeiten. 1368 kehrte er zurück nach Argua, wo er am 18. Juli 1374 starb.
"Süsses Übel, süsses Leid und süsse Lust" bringt Ihnen auf klangvolle Weise die zarte Poesie Petrarcas näher: Die Audio-CD zum Dahinschmelzen bietet mit 70 Minuten Laufzeit das Schönste, was uns die Liebeslyrik des 14. Jahrhunderts schenkt.
"Süsses Übel, süsses Leid und süsse Lust" bei Jokers
Bild Francesco Petrarca: wikimedia.de
01.06.2010, 13.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Fordern wir das Realistische!
Fordern wir das Realistische!
"Seien wir realistisch: Fordern wir das Unmögliche". Dieses Zitat stammt von Che Guevara. Der Revolutionär gilt vielen als moderner Robin Hood, schon zu Lebzeiten war der Guerillero eine Legende. Auch heute noch ist er die Vorzeigefigur und das Leitbild vieler Vertreter der Arbeiterbewegung oder auch Anarchisten. Vor allem am 1. Mai schwenken sie seine Fahnen.
Für mich ist der 1. Mai, den wir grad passiert haben, nicht nur ein Feiertag, sondern steht im Zeichen seiner Geschichte. Was für uns heute selbstverständlich ist, nämlich ein 8-Stunden-Arbeitstag, war im Jahre 1884 eine Utopie. In diesem Jahr nämlich forderten die "Föderierten Gewerkschaften und Arbeitervereine der USA und Kanadas", dass ab dem 1.Mai 1886 der Arbeitstag nicht mehr als 8 Stunden betragen sollte. Um diese Forderung zu unterstreichen, traten am 1. Mai 1884 in den USA 340'000 Arbeiter in den Streik, allein in Chicago waren es 40'000. Chicago war einige Tage später der grausige Schauplatz des "Massakers vom Haymarket", bei dem durch einen von Provokateuren angezettelten Bombenanschlag ein Polizist und in einer folgenden Schiesserei sechs Polizisten und mehrere Arbeiter getötet wurden. In einem anschliessenden Schauprozess wurden sieben Personen, die sich selbst zu den Anarchisten zählten, zum Tode verurteilt. Diese Tragödie trug dazu bei, dass am 14. Juli 1889 auf dem internationalen Arbeiterkongress in Paris auf Vorschlag der amerikanischen Delegation in Erinnerung an die Opfer von Chicago der 1. Mai zum internationalen Arbeitertag erklärt wurde.
Bis zu unseren heutigen Arbeitsbedingungen war der Weg jedoch noch lang und steinig: Erst 1900 wurde der 10-Stunden-Arbeitstag und die 6-Tage-Woche und in den Jahren 1918/19 der 8-Stunden-Arbeitstag gesetzlich geregelt. 1955/56 wurde in der damaligen Bundesrepublik schrittweise die 5-Tage-Woche eingeführt, 1965 die 40-Stunden-Woche. Seit 1990 dürfen sich einige Angestellte über eine 35-Stunden-Woche freuen.
Was hätte Che Guevara dazu gesagt? Vielleicht: "Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs." Wenn Sie mehr über Ernesto Che Guevara erfahren wollen, lege ich Ihnen unsere beiden Audio-CD "Che Guevara" nahe. Hier erfahren Sie wirklichkeitsnah und nicht beschönigend viel Wissenswertes aus dem Leben des weltberühmten Kämpfers.
http://www.jokers.ch/3/14267857-1/hoerbuch/che-guevara-2-audio-cds.html
Hör-Bar
Che Guevara, 1. Mai, Arbeitertag.
12.05.2010, 11.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Thema Veränderung
"Sich beobachten heisst sich verändern...", sagte der französische Philosoph und Schriftsteller Émile-Auguste Chartier. Unter dem Pseudonym Alain verfasste er unzählige Aphorismen und aphoristische Essays, den so genannten Propos. Wöchentlich gab er seine „Libres Propos“ heraus, auch andere Magazine veröffentlichte er. Am 3. März 1868 wurde er in Mortagne-au-Perche geboren; am 2. Juni 1951 starb er in Le Vésinet. Seine Texte drehten sich immer wieder um politische Themen. Als Pazifist mit leicht anarchistischen Zügen drückte er sein Misstrauen gegenüber den Mächtigen öfter in seinen Essays aus.
Sich beobachten heisst sich verändern… Oft habe ich mit Freunden über den philosophischen Hintergrund dieses Satzes diskutiert. Ist es nicht so, dass die meisten Menschen Veränderung eher als gefährlich oder bedrohlich empfinden? Auch ich selbst muss das zugeben. Auch sich selbst zu verändern, wer macht das gern? Lieber verharren die meisten Menschen in Stagnation. Sicherheit aufgeben? Nie und nimmer. Ich nehme mich da nicht aus. Schon Seneca, der altrömische Philosoph und Dichter, fasste seine Ansicht so zusammen: „O wie gut erginge es manchen Menschen, wenn sie einmal aus ihrem Geleise herauskämen.” Aber anscheinend ist nur lebendig, wer sich wirklich wandelt. Ganz drastisch formulierte es Richard Wagner: „Wandel und Wechsel liebt, wer lebt.”
„Veränderung meistern“ ist der Titel der MP3-CD, die fünf Vorträge während eines Retreats in Leuk / Schweiz, 2005 umfasst. Die Original-Referate des Psychologen und Therapeuten Chuck Spezzano sind auf Englisch mit anschliessender Übersetzung. Als Bestsellerautor, Seminarleiter und spiritueller Wegbegleiter hat sich Spezzano weltweit einen Namen gemacht.
28.03.2010, 15.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ach, du dickes Ei!
Kaum zu glauben: Bald ist Ostern. Vor kurzem noch schimpften wir über meterhohen Schnee, die ersten Frühlingsstürme zogen schon über unsere Lande hinweg und einige haben sich schon ihren ersten Sonnenbrand des Jahres in der noch zaudernden Frühjahrssonne geholt. Für mich läutet immer Ostern den Frühling ein. Dieses Jahr fällt Ostern zwar sehr früh auf Anfang April, aber auch diesmal werde ich das Osterfest als meinen persönlichen Frühlingsbeginn begehen.Und mit der Wärme der Sonne traut sich auch die Heiterkeit wieder hinter dem Ofen hervor, wo sie während der langen Wintermonate Zuflucht suchte. Es ist die Zeit der Freude, der Fröhlichkeit, des Witzes, des Charmes. Ringelnatz, der Meister der Heiterkeit, hat Ostern ein eigenes Gedicht gewidmet.
Ostergedicht
Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
Glockenklingen sich auf Lenzeschwingen
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.
Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, -
dann mit jenen Dichterlingen
und mit deren jugendlichen Bräuten
draussen schwelgen mit berauschten Händen –
ach, das denk ich mir entsetzlich,
ausserdem - unter Umständen –
ungesetzlich.
Aber morgens auf dem Frühstückstische
fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingwärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.
Auch unsere Audio-CD „Ach, du dickes Ei“ steht ganz im Zeichen von Ostern. Kecke und übermütige Texte laden alle Hörer ein, sich einfach nur zu freuen. Über Ostern, über den Frühling, über die Sonne…
27.03.2010, 15.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL




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