
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Sachbücher
Polizei rettet Buch
Die Polizei, dein Freund und Helfer? In der englischen Grafschaft Dorset sind die Kriminalbeamten darüber hinaus auch echte Büchernarren, denn sie schafften es, ein verschwundenes Manuskript wieder ans Tageslicht zu befördern; und das kam so: Die Autorin Trish Vickers aus Charmouth schrieb mit leerem Füllfederhalter die ersten Kapitel ihres Romans »Grannifers Erbe« nieder, wie die Ärztezeitung meldete. Die Schriftstellerin merkte nicht, dass ihr die Tinte ausgegangen war, denn sie ist blind. Vor einigen Jahren verlor sie ihr Augenlicht als Folge einer Diabeteserkrankung.
Aus alter Gewohnheit schreibt Trish Vickers dennoch auf die herkömmliche Weise mit Stift und Papier und nicht in Blindenschrift, wobei sie sich die Zeilen mit Gummibändern markiert. Als sie ihrem Sohn den Anfang ihres Werkes zu lesen gab, sah der nichts als einen Haufen leerer Seiten. Das Entsetzen war groß, doch die Polizei konnte helfen. Forensiker nahmen sich der Sache an und rekonstruierten in mühevoller Spürarbeit den unsichtbaren Text, und das komplett in ihrer Freizeit. Sie wandten eine Methode an, bei der Licht aus verschiedenen Winkeln auf die Abdrücke im Papier geworfen wird. Wenn das nicht echte Bücher-Leidenschaft ist...
09.05.2012, 13.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Lisa Saint Aubin de Terans Haus in Italien
Das Haus ist eine Ruine, mehr nicht. Lisa Saint Aubain de Teran kauft es trotzdem. Sie hat sich spontan in das alte Gemäuer verliebt. Dass der historische Palazzo im umbrischen Städtchen San Orsola mit einem Eingangsbereich so groß wie eine Bahnhofshalle nur noch rudimentär vorhanden ist, blendet sie großzügig aus. Die Wände sind löchrig oder nicht mehr existent. Es gibt weder Türen noch Fenster. Ganze Gebäudeteile fehlen. Das Dach ist löchrig. Die einstige Parkanlage rund ums Haus eine Wüstenei. Egal. Lisa Saint Aubain de Teran ahnt, wie das Schlösschen einmal ausgesehen haben mag, in welchem Glanz es strahlte. Hier will sie, der bunte Zugvogel, endlich sesshaft werden. Kein Leben mehr in Zügen und aus Koffern!
Die Renovierung ist ein einziges Abenteuer und eine einzige Katastrophe. Gemeinsam mit ihrer Familie zieht Lisa Saint Aubain de Teran ein, mit ihrem schottischen Künstlergatten Robbie, ihrer halbwüchsigen Tochter Iseult, dem kleinen Allie und zwei Au-pair-Mädchen, den »irischen Beauties«. Ein Glück nur, dass die italienischen Ureinwohner San Orsolas die verrückte englische Familie in ihr Herz geschlossen hat. Mit bewundernswerter Gelassenheit meistert die Autorin diese Hardcore-Renovierung, organisiert die Handwerker, hält die Familie zusammen und schreibt darüber wundervoll beiläufig und in leichtem Ton. Ihr Blick auf Land und Leute ist liebevoll und ihre Begeisterung ansteckend. Inmitten von Staub und Bauschutt sitzend, sinniert sie über das italienische Lebensgefühl.
Die Schäden am Haus sind so gewaltig, dass ein Sommer nicht ausreicht, es auch nur halbwegs instand zu setzen. Die »Häuslebauer« erleben ihren ersten umbrischen Winter ohne funktionierende Heizung und ohne Fenster und Türen in ihrem zugigen, eiskalten Palazzo. Einzige Heizquelle ist der antike Kamin in der Küche. Andere hätten entnervt aufgegeben, nicht so die ebenso skurrile wie unerschrockene Familie. Man hält durch und gewinnt dem Zustand sogar noch etwas Positives ab. Herausforderungen sind schließlich dazu da, sie anzunehmen.
Das »Haus in Italien« ist nur eine Station in Lisa Saint Aubain de Terans bewegtem Leben. Die 1953 in London geborene Schriftstellerin und Journalistin hat das Unterwegssein kultiviert. Mit 16 Jahren folgte sie einem venezolanischen Revolutionär in seine Heimat und führte mit ihm eine Kaffeeplantage. Sie blieb sieben Jahre in Venezuela, dann heiratete sie den Dichter George Macbeth. Mit dem Maler Robbie DuffScott zog sie 1986 schließlich nach Venedig und weiter nach San Orsola. Die Sache mit der Sesshaftwerdung allerdings klappte nicht wirklich. Inzwischen lebt die Autorin mit Ehemann Nummer vier in Amsterdam.
Buch "Ein Haus in Italien" von Lisa St. Aubain de Teran bei Jokers
Buch "Deckname Otto" von Lisa St. Aubain de Teran bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Stadt in Umbrien © »Marge Simpson«/www.pixelio.de
13.04.2012, 11.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Kennen Sie Fritz Steuben?
Wahrscheinlich sagt Ihnen der Name Fritz Steuben erst mal nichts. Am besten nähern wir uns diesem Schriftsteller über einen seiner »Kollegen«, den nun wirklich jede/r kennt...
Anfang des Jahres 2012 war einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller mal wieder in aller Munde: anlässlich des 100. Todestages Karl Mays am 30. März.
So beliebt Mays Bücher bis heute sind, so umstritten sind und waren sie. Die Geschichten um Winnetou, den bekanntesten Helden seiner Bücher, den Häuptling der Apachen, den »edlen Wilden«, den »guten Indianer« haben nun mal überhaupt nichts mit der Realität der indigenen nordamerikanischen Bevölkerung zu tun. Außerdem behauptete May, er habe die Abenteuer des Winnetou-Blutsbruders Old Shatterhand selbst erlebt. Kein Wunder also, dass schon zu Mays Lebzeiten Parodien seiner Geschichten kursierten.
Ein anderer deutscher Wildwest-Autor ist dagegen fast in Vergessenheit geraten. Und das, obwohl seine Werke, anders als bei Karl May, auf ein intensives Quellenstudium zurückgehen und einen realen Hintergrund haben: Fritz Steubens (eigentlich Erhard Wittek, 1898 bis 1981) Held »Tecumseh«, verewigt in acht Bänden von 1929 bis 1952, hat tatsächlich gelebt.
Im Jahre 1768 wurde Tecumseh vom Stamme der Shawnee am Mad River geboren. Er stieg zum Häuptling auf und träumte davon, die weißen Eindringlinge mit einer großen Allianz der Stämme aus seiner Heimat zu vertreiben. Doch nach einer totalen Niederlage gegen die US-Armee am 7. November 1811 löste sich das Bündnis auf. Tecumseh floh nach Kanada und kämpfte für England gegen die Amerikaner. Am 5. Oktober 1813 starb er auf dem Schlachtfeld.
Doch der große Häuptling lebt weiter. Nicht nur in Fritz Steubens Büchern. Trotz seines Engagements für die Engländer wurde der indianische Freiheitskämpfer von der amerikanischen Wirtschaft vereinnahmt. Er muss als Zugpferd für den Tourismus herhalten, als Pate für »Schneefräsen mit Tecumseh-Wintermotor« u.v.m. Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz. Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Uff.
Autor: Gerald Wunder
11.04.2012, 13.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Polt ermittelt: Krimi-Highlights aus Österreich
Simon Polt ist anders. Anders als die coolen Kommissare aus dem hohen Norden. Anders als die toughen Forensiker der US-Krimireihen. Polt, der Gendarmerie-Inspektor aus dem niederösterreichischen Weinviertel, löst seine Fälle auf ganz eigene Art: ruhig, unspektakulär, sensibel. Er ist ein Eigenbrötler und Sonderling und lebt alleine in einem alten Haus mit Kater. Er schießt nicht, schreit nicht und sein Dienstfahrzeug ist ein betagtes Fahrrad. Bisweilen wirkt er etwas introvertiert, melancholisch, fast linkisch. Doch unterschätzen sollte man ihn auch nicht. Mit unglaublicher Hartnäckigkeit macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Polts Fälle sind so außergewöhnlich wie die Region, in der er sich bewegt. Im Weinviertel scheint die Welt stehengeblieben zu sein. In den Dörfern beherrscht der Weinanbau das Leben. Presshäuser, Weinkeller und alte Gehöfte reihen sich aneinander. Doch hinter der Idylle der malerischen Dörfer und Weinberge lauern Abgründe. Menschen kommen mithilfe von Gärgasen zu Tode, werden mit Tollkirschen vergiftet oder landen in der Traubenpresse.
Spannend, skurril und schauderhaft sind die Polt-Krimis, die der österreichische Schriftsteller Alfred Komarek, geb. 1945 in Bad Aussee, verfasste. Mit feinem Gespür für Landschaft und Leute des Weinviertels in Niederösterreich erzählt er vom Leben und Leiden der Menschen dort. Seine Krimis sind zugleich Milieustudien, die die Probleme der Region im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet thematisieren: Arbeitslosigkeit und Abwanderung der Jungen in die Städte. Genial verfilmt wurden die Geschichten um den Gendarmen Polt mit Erwin Steinhauer in der Hauptrolle.
Und nun viel Spaß mit Simon Polt, dem großen Schweiger und Zuhörer:
Buch "Polt - Die Klassiker in einem Band" bei Jokers
Buch "Zwölf mal Polt" bei Jokers
Buch "Himmel Polt und Hölle" bei Jokers
Buch "Blumen für Polt" bei Jokers
Buch "Polt muss weinen" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
02.04.2012, 16.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Preis der Leipziger Buchmesse 2012
Jedes Jahr wird er aufs Neue vergeben: der Preis der Leipziger Buchmesse. Die siebenköpfige Kritikerjury nominiert jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.
Dieses Jahr wurden 15 Autoren ausgewählt - 15 von ursprünglich 470! Darunter befindet sich auch der junge Schriftsteller
Thomas von Steinaecker :
Der 1977 in Traunstein geborene Literaturwissenschaftler lebt als Autor, Journalist und TV-Regisseur in Augsburg. Er veröffentlichte bereits die Romane Wallner beginnt zu fliegen (2007), Geister (2008) und Schutzgebiet (2009), für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter der aspekte-Literaturpreis 2007 und der Bayerischen Kunstförderpreis 2007.
Für den Preis der Leipziger Buchmesse bewirbt er sich dieses Jahr mit seinem Roman »Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen«. Der Klappentext macht neugierig: »Brillant, packend und raffiniert erzählt Thomas von Steinaeckers großer Zeitroman von unserer Welt, in der alle Sicherheiten endgültig abhanden gekommen sind und unsere Sehnsüchte in die Irre führen. Ein schlau-präzises und gespenstisch-surreales Porträt unserer Gegenwart.«
Die Jury befand:
"Ein fesselnder Büroroman aus der Welt der Finanzdienstleister, der die seelischen Verkrüppelungen des materiell orientierten Denkens kartographiert und darüber zur Allegorie der Gegenwart wird."
Ihren Favoriten unter den fünf Nominierten der Rubrik Belletristik können Sie übrigens selbst wählen. Hör- und Leseproben gibt es unter: http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/ Wir Jokerianer aus Augsburg drücken natürlich besonders Thomas von Steinaecker die Daumen!
Die Preisverleihung findet dieses Jahr am 15. März 2012 um 16 Uhr in der Glashalle der Leipziger Messe statt.
Besuchen Sie uns auch zwischen dem 15. und 18. März an unserem Jokers-Stand E 401 in Halle 3. Wir freuen uns auf Sie!
Sie wären gern dabei, können aber leider nicht vor Ort sein? Kein Problem: Klicken Sie einfach den Livestream an!
Geschrieben von Anne Eichmann
15.03.2012, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Frau kämpft gegen den Krieg in Afghanistan: Malalai Joya
Ihr Leben ist vom Krieg bestimmt, vom Krieg in Afghanistan; von Hass und Gewalt, Flucht und Vertreibung. Doch sie fügt sich nicht still in ihr Schicksal, sondern begehrt auf. »Ich erhebe meine Stimme«, sagt Malalai Joya und so heißt auch ihr Buch, in dem sie ihren Kampf gegen den Krieg beschreibt.
Malalai Joya, geb. 1978 in der afghanischen Provinz Farah, ist eine faszinierende Persönlichkeit. Ich erlebte sie kürzlich während ihrer Deutschlandreise, auf der sie von ihrem Land und den Verhältnissen dort berichtet. Trotz aller Schrecknisse und Gefahren ist diese mutige Frau keineswegs verbittert oder resigniert. Vielmehr strahlt sie eine ungeheure Zuversicht aus, etwas verändern zu können in ihrer geschundenen Heimat.
Bereits als kleines Kind erfuhr Joya, was es heißt, verfolgt zu sein. Ihr Vater, ein Arzt, kämpfte gegen die sowjetischen Invasoren. Die Familie musste fliehen und lebte lange Zeit in Pakistan und im Iran. Schon als Jugendliche unterrichtete Joya dort Frauen in Flüchtlingslagern und setzte diese Arbeit nach ihrer Rückkehr nach Afghanistan fort. Sie baute ein Kranken- und Waisenhaus auf sowie eine Organisation zur Förderung und Weiterbildung von Frauen.
International bekannt wurde Malalai Joya, als sie ihre Stimme erhob gegen die unterdrückerischen, korrupten, patriarchalischen Zustände in ihrem Land. Sie forderte öffentlich die Strafverfolgung der im afghanischen Parlament sitzenden kriminellen Warlords und Drogenbarone. Dies brachte ihr Morddrohungen, Attentatsversuche und den Rauswurf aus dem Parlament ein, in das sie als jüngste Abgeordnete 2005 gewählt wurde.
Doch Joya führt ihren Kampf unerschrocken weiter. Sie kritisiert die antidemokratische Regierung Hamid Karzais, die mit den Kriegsherren gemeinsame Sache macht und prangert die fundamentalistischen Taliban an. Darüber hinaus fordert sie den Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan, die ihrer Meinung nach dem Land mehr schaden als nützen. Dieser Kampf an mehreren Fronten hat einen hohen Preis. Malalai Joya kann sich in ihrer Heimat nicht frei bewegen und lebt im Untergrund. Die USA verweigern ihr die Einreise. Für ihr Engagement wurde diese unerschrockene Frau mit unzähligen Menschenrechts- und Friedenspreisen ausgezeichnet. Sie hat UnterstützerInnen auf der ganzen Welt.
Ihr Buch »Ich erhebe meine Stimme« gibt Einblick in ihr Leben, das sie ganz in den Dienst ihrer Mission gestellt hat: Afghanistan von Krieg und Unterdrückung zu befreien.
Buch "Ich erhebe meine Stimme" von Malalai Joya bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Malalai Joya © AfghanKabul/wikimedia.org
29.02.2012, 15.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Von der Arzttochter zur Kult-Regisseurin: Doris Dörrie
Vielleicht sind Sie ja bereits auf unser Gewinnspiel aufmerksam geworden und riskieren Ihr Glück bei unserer Verlosung: Pünktlich zum Kinostart von »Glück« unter der Regie von Doris Dörrie können Sie bei uns das Hörspiel zum Film und ein Kinoplakat ergattern.
Anlass also genug, vielleicht einmal Revue passieren zu lassen, mit welchen Werken uns die begnadete Autorin und Regisseurin bislang erfreute. Und ich wette mit Ihnen: Sollten Ihnen der Name Doris Dörrie noch relativ unbekannt vorkommen sicherlich haben auch Sie schon den einen oder anderen ihrer Filme begeistert gesehen!
Doris Dörrie ist ein Frühlingskind: Am 26. Mai 1955 wurde sie geboren, in einen Arzt-Haushalt hinein. Dennoch schien ihr der Berufswunsch von Anfang an klar zu sein: 1973 ging sie in die USA, um dort Film und Schauspiel zu studieren. 1975 kehrte sie nach Deutschland zurück und studierte in München an der Hochschule für Fernsehen und Film.
Ihr großer Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten: Ihre Komödie »Männer«, die 1985 über die Leinwände flimmerte, wurde ihr erster großer Publikumserfolg. Seitdem geht es Schlag auf Schlag: Ein Kinoerfolg reiht sich an den anderen. Doch sie ist nicht nur als Regisseurin und Drehbuchautorin unbestreitbar eine der allerbesten sie ist auch als Autorin erfolgreich tätig. So erstaunt es nicht wirklich, dass sie zahlreiche Auszeichnungen einheimsen konnte.
Stöbern Sie doch einfach mal in unseren Angeboten: Auch wir haben zahlreiche Filme und Bücher von Doris Dörrie auf Lager.
Auszeichnungen von Doris Dörrie:
1984 Max-Ophüls-Preis: Publikumspreis der Stadt Saarbrücken für MITTEN INS HERZ.
1986 Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber; Filmband in Gold (Drehbuch) für MÄNNER.
1986 Goldene Leinwand für MÄNNER.
1986 Gildefilmpreis für MÄNNER.
1986 IFF Vevey (Schweiz): Goldener Spazierstock für MÄNNER.
1986 IFF Hof: Filmpreis der Stadt Hof für MÄNNER.
1992 Deutscher Filmpreis: Nominierung für HAPPY BIRTHDAY, TÜRKE.
1994 Journalistenpreis der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten für WAS DARF'S DENN SEIN?
1995 Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber für KEINER LIEBT MICH.
1995 Ernst Hoferichter-Preis für das schriftstellerische Werk.
1996 Der »Bettina von Arnim-Literaturpreis« der Zeitschrift »Brigitte« für die Kurzgeschichte »Der Vater der Braut«
Literatur von Dörrie:
(Hg. mit Robert Fischer): Kino 78. Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand. München: Nüchtern 1978, 216 S., ill.
Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug. Vier Geschichten. Zürich: Diogenes 1987, 178 S.
"Was wollen Sie von mir?" und 15 andere Geschichten mit Fotos von Helge Weindler. Zürich: Diogenes 1989, 192 S, ill.
Der Mann meiner Träume. Erzählung. Zürich: Diogenes 1991, 104 S.
Für immer und ewig. Eine Art Reigen. Zürich: Diogenes 1991, 304 S.
Love in Germany. Deutsche Paare im Gespräch mit Doris Dörrie. Unter Mitarbeit von Volker Wach. Zürich: Diogenes 1992, 159 S.
Suche nach Winnetous rechtem Fuss. In: Sonderhefte der Karl May-Gesellschaft, Nr. 98, 1993
Bin ich schön? Erzählungen. Zürich: Diogenes 1994, 352 S.
Samsara. Erzählungen. Zürich: Diogenes 1996, 329 S.
Der Lama von Karlsfeld. In: Ursache & Wirkung. Zeitschrift für Buddhismus in Österreich, Nr. 2, 1997.
Bücher und Filme von Doris Dörrie bei Jokers
07.02.2012, 09.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Bibliophiles 2012: Literarische Jubiläen im Überblick
Wie jedes Jahr feierte ich auch dieses Jahr Silvester im Freundeskreis. Und wie immer verbrachten wir den Abend bis zum Jahreswechsel damit, nicht nur auf das vergangene Jahr zurückzublicken, sondern konzentrierten uns auf das, was uns im neuen Jahr erwartet. Insbesondere für uns Bücherliebhaber wird 2012 ein ereignisreiches Literaturjahr. Ein rundes Jubiläum reiht sich an das andere. Ich habe Ihnen einen kleinen, nicht vollständigen Überblick wichtiger Literaturjahrestage - vielleicht möchten Sie ergänzen, welche Jahrestage großer Autoren, die hier nicht erwähnt sind, Ihnen wichtig sind.
Es geschieht wohl nicht oft, dass Wilhelm Busch und Novalis nacheinander genannt werden, doch vereint die beiden unterschiedlichen Schriftsteller, dass sie beide dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern würden. Auch so große Namen wie Tolkien, Karl May, Douglas Adams oder José Saramago finden sich unter den Jubilaren, Karl May hat es 2012 sogar auf beide Seiten der Listen geschafft: Er hätte im Februar seinen 170. Geburtstag begangen, im März gedenken wir seines 100. Todestages.
Runde Geburtstage:
Du Fu 1300. Geburtstag
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 390. Geburtstag
J. R. R. Tolkien 120. Geburtstag am 3.1.
Umberto Eco 80. Geburtstag am 5.1.
Franz Fühmann 90. Geburtstag am 15.1.
Molière 390. Geburtstag am 15.1.
Virginia Woolf 130. Geburtstag am 25.1.
Lewis Carroll 180. Geburtstag am 27.1.
James Joyce 130. Geburtstag am 2.2.
Georg Trakl 125. Geburtstag am 3.2.
Charles Dickens 200. Geburtstag am 7.2.
Alexander Kluge 80. Geburtstag am 14.2.
Karl May 170. Geburtstag am 25.2.
Victor Hugo 210. Geburtstag am 26.2.
John Steinbeck 110. Geburtstag am 27.2.
John Irving 70. Geburtstag am 2.3.
Douglas Adams 60. Geburtstag am 11.3.
Wilhelm Busch 180. Geburtstag am 15.4.
Novalis 240. Geburtstag am 2.5.
Arthur Schnitzler 150. Geburtstag am 15.5.
Kurt Schwitters 125. Geburtstag am 20.6.
Ambrose Bierce 170. Geburtstag am 24.6.
Georg Christoph Lichtenberg 270. Geburtstag am 1.7.
Walter Benjamin 120. Geburtstag am 15.7.
Isabel Allende 70. Geburtstag am 2.8.
Günter Wallraff 70. Geburtstag am 11.10.
Georg Heym 125. Geburtstag am 30.10.
Arnold Zweig 125. Geburtstag am 10.11.
Gerhart Hauptmann 150. Geburtstag am 15.11.
José Saramago 90. Geburtstag am 16.11.
Bjrnstjerne Bjrnson 180. Geburtstag am 8.12.
Robert Gernhardt 75. Geburtstag am 13.12.
Ingo Schulze 50. Geburtstag am 15.12.
Runde Todestage:
Georg Heym 100. Todestag am 16.1.
Franz Grillparzer 140. Todestag am 21.1.
Astrid Lindgren 10. Todestag am 28.1.
Alexander Puschkin 175. Todestag am 10.2.
Edgar Wallace 80. Todestag am 10.2.
Georg Büchner 175. Todestag am 19.2.
Stefan Zweig 70. Todestag am 23.2.
Nikolai Gogol 160. Todestag am 4.3.
Johann Wolfgang von Goethe 180. Todestag am 22.3.
Stendhal 170. Todestag am 23.3.
Walt Whitman 120. Todestag am 26.3.
Karl May 100. Todestag am 30.3.
Robert Musil 70. Todestag am 15.4.
Bram Stoker 100. Todestag am 20.4.
Ralph Waldo Emerson 130. Todestag am 27.4.
Henry David Thoreau 150. Todestag am 6.5.
Peter Weiss 30. Todestag am 10.5.
August Strindberg 100. Todestag am 14.5.
Johann Nepomuk Nestroy 150. Todestag am 25.5.
J. M. R. Lenz 220. Todestag am 4.6.
E. T. A. Hoffmann 190. Todestag am 25.6.
William Faulkner 50. Todestag am 6.7.
Kenneth Grahame 80. Todestag am 6.7.
Clemens Brentano 170. Todestag am 28.7.
Waldemar Bonsels 60. Todestag am 31.7.
Hermann Hesse 50. Todestag am 9.8.
Tania Blixen 50. Todestag am 7.9.
Walter Scott 180. Todestag am 21.9.
Emile Zola 110. Todestag am 29.9.
Géza Gárdonyi 90. Todestag am 30.10.
Ezra Pound 40. Todestag am 11.11.
Ludwig Uhland 150. Todestag am 13.11.
Paul Éluard 60. Todestag am 18.11.
Marcel Proust 90. Todestag am 18.11.
Günter Eich 40. Todestag am 20.12.
Louis Aragon 30. Todestag am 24.12.
10.01.2012, 08.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Rilkes Geburtstag
Jahrestage, Geburts- und Sterbedaten sind für mich manchmal Anlass, mich mit Dichtern und Denkern auseinanderzusetzen. Der 4. Dezember war Rainer Maria Rilke gewidmet. Es ist viele Jahre her, dass mein Urgroßvater starb. Ich habe nur noch eine vage Erinnerung an den hoch gewachsenen, hageren Mann. Ich weiß: Er liebte die Gedichte von Rilke. So sehr, dass er, bereits ein alter Mann, noch nach Prag fuhr, um Rilke zu ehren, denn der wurde am 4. Dezember 1875 dort geboren. Es war auch ein Dezembertag, an dem Rilke für immer seine Augen schloss: Am 29. Dezember 1926 starb er an Leukämie. Meine erste Berührung mit Rilke war dessen Grabinschrift, die mein Urgroßvater zitierte: Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern.
Dieses Wort hat berührt mich bis heute, ohne dass ich sagen kann, wieso das so ist. Es wäre anmaßend von mir, wenn ich behaupten würde, ich verstände Rilkes Worte. Rilke bleibt mir nach wie vor ein Rätsel, ein großes Faszinosum, ein Labyrinth, in das ich eintauchte und in dem ich bis heute herumirre, sowohl erschrocken wie gefesselt. Letztens hörte ich mir wieder das »Rilke Projekt« an. Insbesondere die CD »In meinem wilden Herzen« hat es mir angetan.
Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -
Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -
Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.
CD "Vertonte Lyrik von Rainer Maria Rilke" bei Jokers"
Bild: Rainer Maria Rilke/wikimedia
25.12.2011, 09.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Vom Sachbuch zum Psychothriller
Sachtext und Thriller haben nicht viel gemeinsam. Sebastian Fitzek ist ein 40-jähriger Schriftsteller und Journalist aus Berlin. Zu Beginn seiner Karriere hat er Sachbücher geschrieben. Seit dem Jahr 2006 ist er erfolgreicher Autor von Psychothrillern, die alle zu Bestsellern wurden. Interessanter Wandel, oder? Seine eigene Begründung für seine Psychothriller-Vorliebe: »Unser Gehirn ist wie die Tiefsee. Vielleicht das letzte unerforschte Terrain auf Erden, voll von Geheimnissen, die darauf warten, entdeckt zu werden.«. Die Phänomene der menschlichen Psyche inspirierten ihn dazu, auf das Thriller-Genre umzusteigen. Vermutlich fand er das spannender, als Sachbücher zu verfassen.
Persönliche Erlebnisse oder Träume baut er gelegentlich in seine Thriller ein. Wie in seinem ersten Buch »Die Therapie«. Während der Zeit, in der er es schrieb, träumte Fitzek, mit seinem Auto im Meer zu versinken. Dieser Traum wurde sofort in die Geschichte eingebaut. Spannend zu erfahren, wie ein Autor auf seine Ideen kommt. Es gibt eine weitere Sache, die ihn mir ziemlich sympathisch macht: Er kann mit negativer Kritik umgehen. Wenn also jemand kommt und sagt, etwas an seinem Buch sei schlecht, denkt er erst mal: »Der hat Recht.« Erst nach vielen positiven Mails ist er wieder davon überzeugt, dass es wohl doch gut sein muss.
Er ist auch nicht der Typ, der erst mal groß recherchiert. Seine Geschichten entwickeln sich während er schreibt mit Hilfe seiner Fantasie. Deshalb wird alles nach seinen Vorstellungen und Bildern im Kopf geschrieben. Bei medizinischen Fällen übergibt Fitzek seine Texte anschließend an Ärzte, die sie dann für ihn überprüfen. Das kann natürlich zu viel Korrekturarbeit führen, aber verhindert auch Fehler der Erzählung. Genau das will er nämlich vermeiden. Und er will Geschichten schreiben, die er selbst gerne liest.
Auch wenn er sich selbst gerne mit Büchern dieser Art beschäftigt, ist er trotzdem schockiert von Gewalt in der realen Welt. Um sich dann nicht in seinen eigenen Geschichten zu verlieren, hat er extra seinen Schreibtisch umgestellt. Der steht jetzt im Wintergarten mit Ausblick auf Garten und Teich. Je schlimmer die Geschichte, umso schöner muss also der Ausblick sein - das braucht er zum Schreiben. Ein weiterer Sympathiepunkt, wie ich finde.
Was mir zum Beispiel gut an »Splitter« oder »Der Seelenbrecher« gefällt: Die Bücher sind von Anfang bis Ende interessant und spannend. Viel zu oft war ich schon nach den ersten Kapiteln von einem Buch gelangweilt. Der spannende Teil spielte sich oft nur auf den letzten Seiten ab. Da fragte ich mich: Das soll also ein Thriller sein? Ganz anders bei Fitzek. Man möchte von Beginn an wissen, wie es weiter geht. Er schreibt sehr spannend, verrät aber nicht zu viel und schafft es nicht langweilig zu werden.
Bücher von Sebastian Fitzek bei Jokers
12.12.2011, 09.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL




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