
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Zum Schmunzeln
Glück zum Gewinnen
Wir Menschen können nicht dauerhaft glücklich sein. Unser Gehirn funktioniert nun mal so, dass es nur kurzfristig mit einer Dopamin- und Endorphin-Ausschüttung auf unerwartet »glückliche Ereignisse« reagiert. Mit dieser Aussage nimmt uns die Gehirnwissenschaft jede Illusion. Zum Glück aber müssen wir das ja nicht unbedingt glauben und dürfen weiterhin beglückt das tun, was wir am besten können eben dem Glück nachjagen.
Genauso vielleicht wie Kalle und Irina, die Protagonisten des neuen Kinohits »Glück«. Oder haben ein Obdachloser und eine Prostituierte sowieso keinen Anspruch auf Glück? Ist es für zwei vom Glück Verlassene überhaupt möglich, sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen?
Keiner anderen als der Kult-Regisseurin Doris Dörrie glückt nach »Kirschblüten - Hanami« eine weitere kongeniale Darstellung des bedeutendsten aller Gefühle: Sie schrieb das Drehbuch und führte die Regie bei der facettenreichen Verfilmung der »Glück«-Geschichte aus dem Bestseller-Werk »Verbrechen« von Ferdinand von Schirach. Das ab dem 23.02.2012 über die Leinwände flimmernde Kino-Epos »Glück« ist also keineswegs Fiktion. Schließlich verfasste Ferdinand von Schirach seine Kurzgeschichten »Verbrechen«, aus denen »Glück« entstammt, nach wahren Begebenheiten aus seiner Anwaltskanzlei.
Die Story erscheint gleichermaßen komplex wie hoffnungslos: Die Kriegsflüchtige Irina, vergewaltigt und traumatisiert, strandet, fern ihrer Heimat, in Berlin. Als Prostituierte kämpft sie um ihr Überleben. Dort begegnet ihr der Punk Kalle: Als Obdachloser schlägt er sich in den Straßenschluchten durch. Die Beiden tun sich zusammen, und langsam beginnt die Sonne auf ihr kleines Glück hinab zu scheinen. Bis, ja, bis ihnen das Schicksal erneut einen Strich durch die Rechnung macht und ein Freier in ihrer Wohnung tot aufgefunden wird. Ist ihr winziges Stück vom Glück bereits endgültig verloren?
In ihrer unnachahmlichen Art erzählt Doris Dörrie die Liebe zweier Glückloser: Am 23. Februar startet »Glück« in den deutschen Kinos! Als eigentlich große Liebesgeschichte und kein großer Kriminalfall, so beschreibt Doris Dörrie in einem Interview, das Sie auf der Filmseite www.glueck.de nachlesen können, den Hintergrund des reellen Straffalls aus der Feder von Ferdinand von Schirach. Und von der Liebe und vom Glück können wir alle doch nicht genug bekommen, oder?
Dabei können Sie das Glück nicht nur auf der Leinwand bewundern, sondern jetzt, mit ein bisschen Glück, auch hören: Der Hörverlag vertonte »Glück« auf zwei Audio-CDs mit einer Laufzeit von 140 Minuten. Wir von Jokers verlosen zum Kinostart fünf Mal je ein Hörspiel zum Film inklusive je einem Original-Kinoplakat! Schicken Sie uns eine E-Mail a n aktion@jokers.de mit der Betreffzeile »Glück«
Viel Glück wünscht das Jokers-Team!
13.02.2012, 16.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Go East Auswandern in den »wilden Osten«
Was treibt einen Schweizer Medienschaffenden und ein Großstadtgewächs aus Berlin dazu, sich im tiefsten Osten Deutschlands anzusiedeln, in den neuen Bundesländern, die manchem Zeitgenossen ferner sind als der afrikanische Busch? In jenen Gebieten also, denen ungerechtfertigterweise nachgesagt wird, Sie seien öd und leer, von Kunst und Kultur keine Spur, die »Eingeborenen« abweisend und mürrisch, und an jeder Ecke lauere ein Neonazi...
Nein, so schlimm ist es nicht, das haben auch Dieter Moor und André Meier erkannt und sich in »Neufünfland« eine neue Heimat geschaffen; der eine in Brandenburg, der andere in Mecklenburg-Vorpommern. Ob es Abenteuerlust war oder das billige zu erwerbende Land? Auf jeden Fall wurde den beiden Auswanderern der Vogel gezeigt nach dem Motto: »Warum wollt ihr ausgerechnet dorthin, von wo alle abhauen?«
Den Schweizer Dieter Moor, Moderator der Kultursendung Titel, Thesen, Temperamente (ttt), zog es 2003 samt Ehefrau Sonja, ein paar Eseln, Hunden und Katzen ins brandenburgische Dörfchen Hirschfelde. Augenzwinkernd beschreibt er die Anfangsjahre im neuen Leben in seinem Buch »Was wir nicht haben, brauchen sie nicht Geschichten aus der arschlochfreien Zone«. Die Moors treffen auf kauzige Originale, skurrile Situationen, ungeahnte Herausforderungen und komische Missgeschicke. Inzwischen sind sie richtig angekommen in der arschlochfreien Zone und beackern 70 Hektar Land, beweidet von Schafen, Wasserbüffeln und Galloway-Rindern. Sonja Moor hing ihr Filmproduzenten-Dasein an den Nagel, absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und bewirtschaftet nun ihren Bio-Hof nach Demeter-Richtlinien.
Was als lockerer Verbund von Gleichgesinnten und »Arschlochfreie Zone« (AfZ) begann, mündete in den Verein »Alternativen für Zukunft« (AfZ), der die ganze Region nachhaltig (im wahrsten Sinne des Wortes) umkrempeln will. Dass die »Medien-Bauern« mit ihren ehrgeizigen Projekten, etwa aus Hirschfelde ein so genanntes Öko-Modelldorf zu machen, auf massiven Gegenwind stoßen, steht auf einem anderen Blatt.
Einblicke in das Moorsche Leben gibts hier:
Buch "Was wir nicht haben brauchen Sie nicht" bei Jokers
Hörbuch "Was wir nicht haben brauchen Sie nicht" bei Jokers
http://www.modelldorf-hirschfelde.de/
Den Journalisten, Autor und Dokumentarfilmer André Meier zog es vor gut zehn Jahren nach Dorotheenwalde in Vorpommern. Was er da als Berliner Stadtflüchtling an Kuriositäten erlebte, packte er in »Die kleine Aussteigerfibel Landleben für Anfänger«. Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, künftig Blaumann und Gummistiefel zu tragen, sollte einen Blick hinein werfen. Neu-Landeier können sich schon mal damit befassen, welche Tücken das Überleben fern der Großstadt hat. Schließlich soll die Landlust nicht zum Landfrust werden. Unglaublich witzig und voller Selbstironie geschrieben:
Buch "Die kleine Aussteigerfibel" bei Jokers
Buch "Hollerbusch statt Hindukusch" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
10.02.2012, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Weisheit mit Löffeln fressen...
...kann man nicht wirklich, auch wenn uns das als pubertierende Jünglinge unsere Eltern früher gerne vorwarfen: Da hieß es dann, sehr zynisch, dass man wohl glaube, eben jene Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, wenn man mal seine eigene (und im Nachhinein wohl tatsächlich eher naive) Ansicht durchsetzen wollte.
So viel ist also sicher: Klüger kann man wohl nicht portionsweise werden. Aber dennoch sieht es so aus, als ob man den festen Glauben, Recht zu haben, durchaus zu sich nehmen könnte: Mit einer Dosis Testosteron nämlich.
Lange wurde ja schon, nicht nur in Wissenschaftskreisen, gemunkelt, dass das Dominanzverhalten vieler männlicher Zeitgenossen auf ihren höheren Testosterongehalt zurückzuführen ist, und auch Frauen, die beherzt und vehement ihre eigene Meinung vertreten, wird oft nachgesagt, dass sie zu viel des männlichen Hormons hätten. Und eben jene Gerüchte scheinen jetzt durch aktuelle Forschungsergebnisse ihre Bestätigung gefunden zu haben: Nick Wright vom University College London und seine Kollegen führten hierzu ein relativ einfaches Experiment durch. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveaus von Testosteron wählten die Forscher Frauen als Probanden. 17 Paare aus Frauen, die sich zuvor nicht kannten, absolvierten Experimente wobei jeweils eine davon eine Dosis Testosteron bekam, die andere ein Placebo. Am folgenden Versuchstag erhielten beide ein Scheinpräparat. Bei dem Test betrachteten die sich im selben Raum befindenden Frauen einen eigenen Bildschirm, auf dem das Gleiche zu sehen war. Sie sollten zuerst unabhängig voneinander feststellen, welches von zwei Bildern, die jeweils kurz erschienen, ein bestimmtes Kontrastverhältnis gezeigt hatte. Unterschieden sich ihre Antworten, sollten eine gemeinsame Entscheidung ausgehandelt werden.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Die jeweilige Probandin, die unter dem Einfluss der Dosis Testosteron stand, tendierte dazu, ihre eigene Meinung überzubewerten und darüber hinaus die Partnerin zu drängen, ihre Entscheidung zu akzeptieren sich also zu unterwerfen.
Ich will jetzt gar nicht sagen, dass diese Ergebnisse vollkommen neu sind -. geahnt haben wir es, jenseits der Forscherlabore, ja doch schon längst. Genauso wie Karin Kneissl in ihrem Buch »Testosteron macht Politik« wohl.
09.02.2012, 13.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL
»Knigge«? Nicht von gestern!
Soll man einer Dame die Tür aufhalten oder in den Mantel helfen oder ist das unzeitgemäß? Und wie siehts andersherum aus, wenn die Dame dem Herrn die Jacke bereithält? Wer stellt wen korrekt vor? Darf man heute noch bei Tisch die Gläser klingen lassen? Gutes Benehmen ist nach wie vor ein schwieriges Terrain. Man kann eine ganze Menge falsch machen, wenn man den Benimmbüchern glauben will. Doch wer den gesunden Menschenverstand bemüht und sich an die Maxime hält, seinen Mitmenschen so zu begegnen, wie man es selbst gerne möchte, hat schon gewonnen. Dann nämlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich beim Gähnen die Hand vor den aufgerissenen Schlund hält, um seinem Gegenüber den Anblick des Gaumenzäpfchens zu ersparen; die linke Hand wohlgemerkt, denn die rechte ist zum Schütteln da und sollte nicht in Kontakt mit Mund, Nase und Ohren kommen...
So betrachtet ist Benimm kein Luxus, sondern erleichtert das Zusammenleben. Das war auch das Ansinnen eines Mannes, der stets mit dem Thema »Manieren« in Zusammenhang gebracht wird: der gute alte »Knigge«. Dabei hatte Adolph Freiherr Knigge (1752 1796) gar nicht die Absicht, ein Anstandsbuch zu verfassen. Vielmehr schrieb er ganz allgemein »Über den Umgang mit Menschen« (so der Titel des 1788 erschienenen Werkes). Exakte Verhaltensanweisungen findet man darin keine, die kamen erst später dazu. Knigge war von den Idealen der Aufklärung geprägt und sprach sich in seinem Buch für Taktgefühl und Höflichkeit aus. Nach seinem Tod wurde »der Knigge« unzählige Male umgeschrieben und durch Benimmregeln ergänzt, so dass er heute als DAS Anstandsbuch schlechthin gilt. 2004 übrigens ging ein Nachfahre des Verfassers, Moritz Freiherr Knigge, zu den Wurzeln seines Ahnen zurück und brachte eine moderne Adaption des Ursprungswerkes unter dem Titel »Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten« heraus.
Wer einen Blick in den Ur-Knigge werfen möchte:
Buch "Über den Umgang mit Menschen" bei Jokers
Zu den eingangs erwähnten Fragen hingegen sei ein Blick in folgende Lektüre empfohlen:
Buch "Der kleine Knigge"
Buch "Der neue Knigge" bei Jokers
Buch "Manieren" bei Jokers
Buch "Sichere Umgangsformen" bei Jokers
Buch "Tischkultur" bei Jokers
Buch "Stil und Etikette" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Freiherr von Knigge/wikimedia
19.01.2012, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Natur als bacchantischer Gott
Sind Sie an Neujahr auch mit einem Kater aufgewacht? Das ausgiebige Trinken vor dem mitternächtlichen Anstoßen mit Sekt begleitet ja oft den »Rutsch« ins neue Jahr... Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie deswegen nicht zu haben! Kein anderer als Georg Wilhelm Friedrich Hegel sah Alkohol, genauer: Wein, als Zeichen des Geistes in der Natur. Und an diesem Naturgeist wollen wir ja schließlich alle gerne teilhaben. Gut, letztlich sah Hegel die Natur als Durchgangsstadium ohne Entwicklungsmöglichkeit, welche der Geist zu verneinen habe, um zu sich selbst zu gelangen... Aber möchte man das wirklich glauben?
Geboren wurde der erkenntnisreiche Weinkenner am 27. August 1770 in Stuttgart, gestorben ist er am 14. November 1831 in Berlin.
Man stelle sich einmal vor, wie der bekannte deutsche Idealist in seinem Kämmerchen saß und seine philosophischen Abhandlungen über die Natur und ähnliche Themen verfasste, in der einen Hand seine Feder, in der anderen ein gut gefülltes Weinglas... Vielleicht war es ein solcher Moment, der Hegel dazu veranlasste, die Natur als einen »bacchantischen Gott, der sich nicht zügelt und fasst" zu beschreiben und von einem "absoluten Gärungsprozess" des Geistes zu sinnieren?
In einem seiner Hauptwerke, der Phänomenologie des Geistes, ging er ebenso wenig sparsam mit Metaphern um: "Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist" oder: »Aus dem Kelche dieses Geisterreiches schäumt ihm seine Unendlichkeit.«
Ist diese Sprache samt der Erkenntnis nicht wunderbar? Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, der die Philosophie als das »Begreifen der Wahrheit« verstand, gibt uns die Legitimation, den irdischen Freuden zu frönen ... und die finden sich nun mal besonders im Wein. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben bei Jokers nicht nur zahlreiche Werke von und über den eloquenten Dialektiker Hegel, sondern mindestens genauso viele lehrreiche Bücher über den vollmundigen Traubensaft.
Artikel zum Thema Hegel bei Jokers
Artikel zum Thema Wein bei Jokers
Bild: Georg Wilhelm Friedrich Hegel/wikimedia
13.01.2012, 10.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Molybdomantie: Die Zukunft liegt im Blei
»Ohhh, ich habe einen Elefanten gegossen!« rief Marianne begeistert, als sie bei unserer Silvesterfeier ihr Figürchen aus dem Wasser fischte. »Der bedeutet sicher, dass ich ganz alt werde und ganz viel Kraft haben werde!« Tobias schmunzelte und Peter machte aus seiner Irritation keinen Hehl. Wer glaubt schon daran, dass die Bleigießerei ein zuverlässiges Orakel wäre?
Meine Nichte, die sich gerade sehr für die alten Griechen begeistert, erläuterte, dass die Molybdomantie, was griechisch für Bleigießen, Orakeln steht, im antiken Griechenland regelmäßig praktiziert wurde.
Die alten Römer waren dann die Ersten, die Blei »industriell« verarbeiteten, und schon damals wurde berichtet, dass im Baltikum statt Blei mit Wachs gewahrsagt wurde. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs benutzten dann die Knechte ihre eingeschmolzenen Bleikugeln, um sich ihre Zukunft vorherzusagen.
Früher war das Bleigießen ein weit verbreiteter Brauch, der am 30. November, dem Andreastag, gepflegt wurde. Der Andreastag war der typische »Lostag«, an dem Dienstboten, Mägde und Knechte erfuhren, ob ihr Dienstverhältnis verlängert wird. Als Los bezeichnete man damals das berufliche Schicksal. Der heilige Andreas war darüber hinaus für Heiratsorakel zuständig. Eine Jungfer, so die Mär, konnte durch das Bleigießen das Handwerkszeug, also den Beruf, ihres zukünftigen Bräutigams herausfinden. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, die Bedeutung beispielsweise einer gegossenen Peitsche auszumachen schließlich sind Kutscher heute nicht mehr allzu oft anzutreffen.
Die Deutung der Bleifiguren ist immer unterhaltsam, hält sich doch das Blei nicht wirklich an Regeln, zu welcher eine eindeutig interpretierbaren Form es sich gießen lassen will: Es gibt zwar zahlreiche Bücher, die sich der Symbolik des Bleigießens widmen, aber manchmal erscheint das hart gewordene Weichmetall doch eher als unförmiger Klumpen, der dem Orakelnden viel Fantasie abverlangt. Meine Figur sah zum Beispiel wie eine missglückte Mischung aus Walfisch und Palme aus. Vielleicht eine besondere Art der Metamorphose? Oder werde ich einfach nur eine schöne Fernreise unternehmen? Wer weiß: 2012 wird es zeigen.
11.01.2012, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Schach mal sportlich
Unter einem Nationalsport stellt man sich irgendetwas Handfestes vor. Fußball zum Beispiel, den mögen die Deutschen sehr. Oder Skifahren, wonach man in Österreich ganz verrückt ist. Auch Cricket (England) oder Bogenschießen (Bhutan) gehen noch durch. Aber Schach? Als Sportart? Wobei man sich sowenig bewegt wie Krokodile in der Sonne?
Keine Frage, das »Spiel der Könige« kann man durchaus als sportliche Betätigung betrachten. Schließlich bewegt man dabei die »kleinen grauen Zellen« und das nicht zu knapp. Wer sagt denn, dass Sporttreiben immer nur mit körperlicher Anstrengung verbunden sein muss? Denksport heißt das Zauberwort und Spiel und Sport hängen ja auch irgendwie zusammen, oder?
In Armenien jedenfalls hat man Schach zum Volkssport erkoren. Es gibt wohl niemanden unter den rund 3 Millionen EinwohnerInnen, der noch nicht mit dem königlichen Spiel in Berührung gekommen wäre. Es gehört einfach zur Alltagskultur dazu und schon die Kleinsten schieben Türme, Damen, Springer und Bauern übers Spielfeld. In der Schule ist das Schachspiel Pflichtfach und es gibt eine eigene Schachakademie zur Rekrutierung des Nachwuchses. Erfolgreiche Schachspieler werden in dem kleinen Land im südlichen Kaukasus wie Popstars gefeiert und Siege in den Abendnachrichten vermeldet. Natürlich hat Armenien auch einen eigenen Schachweltmeister: Tigran Petrosjan, der in den 1960er-Jahren als nahezu unbezwingbar galt. Zwar spielte das Superhirn damals unter der Regie der Sowjetunion, zu der Armenien gehörte, das schmälert seine Beliebtheit allerdings nicht. Tigran Petrosjan ist armenischer Herkunft und das macht ihn zum Nationalhelden.
Woher rührt die Vorliebe der armenischen Bevölkerung für Schach? Man weiß es nicht. Jedes Land wählt den Sport, der am besten zur nationalen Identität passt. Da sich die ArmenierInnen seit jeher als Volk von KünstlerInnen und DenkerInnen betrachten, suchte man sich folgerichtig das ehrwürdige Strategiespiel aus. Bildung spielte in dem kaukasischen Gebirgsstaat schon immer eine große Rolle, Analphabetismus gibt es kaum. Selbst die BBC bezeichnete Armenien als »cleverste Nation der Welt«, wie »Der Spiegel« vermeldete (Ausgabe 48/2011). Da kann man auch verschmerzen, dass Landwirtschaft bei dem kargen Boden ein schwieriges Geschäft ist und auch Wirtschaft und Industrie nicht weit entwickelt sind.
Ob Schachmatt oder nicht: Bei Jokers finden Sie spannende Lektüre rund um das Spiel der Könige:
Buch "Strategie und die Kunst zu Leben" bei Jokers
Buch "Schach Matt in zwei Zügen" bei Jokers
Buch "Von Schach-Giganten lernen" bei Jokers
Buch "Alles über Schach" bei Jokers
Buch "Kurzgeschichten um Schachfiguren" bei Jokers
Buch "Schach für Anfänger" bei Jokers
Und wer sich für Armenien interessiert, wird hier fündig:
Buch "Reportage Armenien" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Schach © Conny Menichelli/www.pixelio.de
30.12.2011, 09.13 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Planet der Sehnsucht: der Mars
Man stelle sich vor, mit wildfremden Menschen 520 Tage auf beengtem Raum zu verbringen, eingesperrt in einem Containersystem, ohne frische Luft und natürliches Tageslicht. Nein, wir sprechen nicht von der Sendung »Big Brother«, die für die Käfighaltung von Menschen bekannt ist. Hier haben wir es mit einem wissenschaftlichen Experiment zu tun!
Vor kurzem endete in der Nähe von Moskau das bislang längste Isolationsexperiment der Geschichte. Sechs Männer ließen sich im Dienst der Wissenschaft für eineinhalb Jahre in eine Raumschiff-Attrappe sperren. Auf etwas mehr als 200 Quadratmetern verbrachten sie ihre Tage streng reglementiert und waren nur über Funk und E-Mails zu erreichen. Der Sinn des Ganzen: Das Projekt »Mars500« simulierte einen bemannten Flug zum Mars, den es bislang nicht gab, und von dem die Menschheit seit jeher träumt.
Warum übt ausgerechnet dieser lebensfeindliche Planet eine solche Faszination auf die Menschheit aus, obwohl er mit seiner staubigen Atmosphäre aus überwiegend Kohlendioxid und einer Durchschnittstemperatur von minus 55 Grad nicht gerade gemütlich wirkt? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass der »Rote Planet« schon in der Antike eifrig beobachtet wurde. Durch seine enorme Helligkeit war er gut zu erkennen und wurde wegen seiner (blut)roten Farbe nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt.
Was hat man dem Mars nicht alles angedichtet! In seiner zerklüfteten Oberfläche glaubte man ein »Marsgesicht« zu erkennen und schloss auf außerirdisches Leben. Gestützt wurde diese Fantasie durch die so genannten »Marskanäle«, die man als Bewässerungssysteme deutete. Kleine grüne Marsmännchen mit Fühlern auf dem Kopf spuken noch heute durch die Köpfe. Erfunden wurden sie um 1910 von dem amerikanischen Zeichner T.E. Powers, der sie in Comic-Strips verewigte.
Sogar besiedeln wollte man den Mars und damit das Problem der Überbevölkerung auf der Erde lösen. In den 1930er-Jahren wurde über riesige Glaskuppeln nachgedacht, unter denen man die Atmosphäre des Planeten den Lebensbedingungen für Menschen anpassen könnte: ein Prozess namens »Terraforming«. Ob und wann dieses Projekt Realität werden könnte, steht in den Sternen, das ist auch den WissenschaftlerInnen rund um die Mars500-Mission klar. Das Nahziel ist bislang lediglich, einen Menschen auf den Mars zu bekommen, um intensive Forschungen an dem Planeten vorzunehmen. Um 2030 herum soll es laut NASA so weit sein. Wir sind gespannt!
Bis dahin bleibt noch Zeit, sich eingehend mit dem faszinierenden Planeten zu beschäftigen:
Buch "Mars attacks" bei Jokers
Buch "Krieg der Welten 2 - Die nächste Angriffswelle" bei Jokers
Buch "Edisons Eroberung des Mars" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Mars © NASA & ESA/wikimedia
29.12.2011, 15.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Abnehmpille
Zehn Kilo in vier Wochen runter gerade nach der leckeren Weihnachtszeit wünscht man sich das. Und dann geht es zum Jahreswechsel wieder los mit all den guten Vorsätzen, den Diättipps in sämtlichen Medien, der Reklame für teure Sportgeräte, die angeblich in wenigen Tagen eine Wespentaille zaubern. Motto dabei ist immer: Ohne Hungern und Schweiß zum Idealgewicht. Wie realistisch ist es, in einem Monat stolze zehn Kilo Fett zu verlieren? Ohne Anstrengung, ohne Fasten?
Für texanische Mäuse, die unter zu vielen Fettpolstern »leiden«, ist das Figurproblem schon seit mehreren Jahren gelöst. Für sie haben nämlich Forscher schon vor sieben Jahren eine ominöse »Fettweg-Pille« entwickelt, die es tatsächlich schafft, das angefutterte Fettgewebe von der Blutzufuhr abzuschneiden. Mit der Folge, dass das Fett schmilzt ganz ohne Hungern und Schwitzen. Diese Nager erzielten durch das Medikament »Antipotide« einen Gewichtsverlust von dreißig Prozent! Eigentlich unvorstellbar.
Der Grund, weshalb dieses alte Forschungsergebnis nun wieder durch die Medien spukte, ist, dass der Prozess der selektiven Durchblutungsstörung von unerwünschtem Fettgewebe nun bei Rhesusaffen nachgestellt werden konnte einer Tierart, deren Organismus dem menschlichen sehr ähnlich ist. Innerhalb von vier Wochen reduzierten die übergewichtigen Affen ihr Gewicht durch dieses Medikament um bis zu elf Prozent übertragen auf einen fettleibigen Menschen würde das tatsächlich jene berühmten zehn Kilo in vier Wochen, ganz ohne Sport und Diät, bedeuten. Genau dieses Mittelchen soll 2012 zum Ersteinsatz bei Prostata-Krebs-Patienten kommen, deren Hormonbehandlung die unwillkommene Zunahme von Depotfett mit sich brachte. Die Nebenwirkungen sind, zumindest bei den Rhesus-Affen, gering. Selbstverständlich ist bereits im Gespräch, diese Wunderpille danach auf den gigantischen Markt der magischen Fettkiller-Pillen zu werfen.
Während ich den Einsatz von derartigen Medikamenten im Krankheitsbereich für bedenkenswert halte, bin ich doch, was Gewichtsreduktion bei Menschen, die einfach zu gerne zu viel essen, eher altmodisch. Ich selbst habe auf ganz klassische Art einige Kilo abgespeckt, indem ich mich mehr bewegte und meine Ernährung änderte. Fünf Kilo Gewichtsreduktion hatte ich angestrebt, schlussendlich sind es mehr als zehn Kilo geworden. Ehrlich, fragen Sie meine KollegInnen! Zu Rate zog ich das Buch von Ralph Grieder »In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen«. Ja, Sie haben richtig gelesen: Da gibt es tatsächlich eine Methode, zehn Kilo in vier Wochen abzuspecken. Auf gesunde Art. Ralph Grieder hat es vorgemacht.
Buch "In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen" bei Jokers
28.12.2011, 11.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wettlauf im ewigen Eis: 100 Jahren Südpol-Entdeckung
Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, die Gefahr und den Tod stets im Nacken. Ein Wettlauf gegen die Natur, dem ewigen Eis ausgesetzt, Hunger, Krankheiten, Erschöpfung. Vor 100 Jahren starteten zwei Expeditionen, um erstmals in der Geschichte den Südpol zu erreichen, ein Weg, der mit Eisschollen gepflastert ist. Wer sich dahin aufmacht, muss sich im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen. Die Entdeckung unerforschter Regionen der Erde hat die Menschheit immer fasziniert. Und je unwirtlicher das Ziel, desto größer die Herausforderung; und hinterher der Ruhm. Ungemütlicher als die Antarktis kann eigentlich keine Region sein. Im Winterhalbjahr ist es komplett dunkel und die Temperaturen sinken bis minus 89 Grad. Im Sommer wird es maximal minus 25 Grad »warm«.
Im Jahr 1911 machten sich zwei Männer mit ihren Teams auf, den südlichsten geographischen Punkt der Erde zu erreichen: der Norweger Roald Amundsen (1872 bis 1928) und der Engländer Robert Falcon Scott (1868 bis 1912). Ein unglaubliches Unterfangen, so ganz ohne GPS, Funktionskleidung und Hightech-Nahrung. Beide einte ihre Leidenschaft für die eisigen Gefilde und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Ironie des Schicksals: Beide verloren im ewigen Eis ihr Leben. Amundsen und Scott waren erbitterte Konkurrenten. Jeder wollte für sich den Ruhm einstreichen, als erster Mensch in der Geschichte den Südpol erreicht zu haben.
Sie wählten unterschiedliche Routen und unterschiedliche Herangehensweisen. Amundsen hatte lange bei den Inuit gelebt und sich ihre Lebensweise in der Eiseskälte angeeignet. Ein klarer Vorsprung. Und er war der geborene Abenteurer. Schon als Kind hatte er nichts anderes im Kopf als die eisigen Landschaften, warf schließlich das Studium hin, um sich ganz den Expeditionen zu widmen. Auch der Offizier Scott hatte sich früh mit den Polregionen beschäftigt und mehrere Expeditionen bewältigt. Am Südpol jedoch sollte er gnadenlos scheitern.
Wahrscheinlich waren die Ponys schuld, dass Scott den eisigen Wettlauf verlor. Er hatte auf sibirische Pferdchen gesetzt, die als Zug- und Packtiere sowie als lebender Proviant dienen sollten und daneben Motorschlitten. Ein Trugschluss. Letztere quittierten sofort ihren Dienst, erstere hielten auch nicht länger durch und starben innerhalb kürzester Zeit oder mussten erschossen werden. Scotts Tour wurde zum Horrortrip. Zwar erreichte er, ganze 35 Tage später als Amundsen, den Südpol. Der Rückweg allerdings wurde ihm und seinem Trupp zum Verhängnis: Alle litten an Entkräftung und erfroren schließlich.
Der strahlende Held der Kälte ist Roald Amundsen. Mit 97 grönländischen Schlittenhunden zog er mit seinen Mannen los und pflanzte am 14. Dezember 1911 die norwegische Flagge am Südpol. Auch nach seinem Triumph ließ ihn die Polregion nicht los. Er überflog sie mit dem Flugzeug und dem Luftschiff und verunglückte bei einem dieser Flüge im ewigen Eis.
Der Wettlauf zum Südpol liest sich spannend wie ein Krimi:
Buch "Der Wettlauf zum Südpol" bei Jokers
Buch "Das Eis und der Tod" bei Jokers
Buch "Scott und Amundsen" bei Jokers
Buch "Duell im Ewigen Eis" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
27.12.2011, 15.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL




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